Impfungen

Kleiner Piks - große Wirkung

Lassen wir Corona einmal beiseite - Erfolgsgeschichten zu Impfungen gibt es viele. Welche üblen bis tödlichen Krankheiten wir uns heute durch diese Meilensteine der Medizingeschichte ersparen. 

Wussten Sie, dass seit Einführung der Schluckimpfung gegen Rotavirus (2006) die Spitalsaufnahmen aufgrund dieses aggressiven Magen-Darm-Virus um rund 90 Prozent zurückgegangen sind? Man muss also gar nicht so lange in die Vergangenheit zurückblicken, um Beispiele für die Errungenschaften von Impfungen zu finden. Dass ein Stich Leben zu retten vermag, zeigt uns allerdings auch die ältere Geschichte ganz deutlich. So konnten in den vergangenen Jahrzehnten manche schwere Krankheiten fast ganz besiegt werden. Als einer der gefährlichsten Krankheitserreger der Vergangenheit präsentierte sich das Pockenvirus. Lähmungen und Hirnschäden oder Blindheit hinterließ dieser Infekt im Körper.

Umfassende Impfkampagnen unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trugen dazu bei, dass die Pocken 1980 ausgerottet waren. In den 1970ern traten die letzten Fälle auf. Polio, als Kinderlähmung bekannt, sorgte auch in Österreich für Angst und Schrecken. Bilder von Patienten in der „eisernen Lunge“ (zur Beatmung, da es zu einer Lähmung der Muskeln einschließlich des Zwerchfells kam) haben ältere Menschen heute noch vor Augen. Seit 1955 ist ein Impfstoff gegen die Viruserkrankung verfügbar, Amerika und Europa gelten mittlerweile als Polio-freies Gebiet. Immer wieder flackern jedoch Krankheitsherde auf, etwa in Indien, Afghanistan, Nigeria und Pakistan.

Kinder waren häufig unter den Opfern
Tetanus oder Wundstarrkrampf kennen junge Menschen ebenfalls nur noch aus den Geschichtsbüchern. Diese Krankheit holte man sich aus der Erde, etwa bei der Gartenarbeit. Wurden die Lähmungssymptome nicht sofort behandelt, drohte man zu ersticken. Erste Impfungen gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Seit 1923 haben wir eine Impfung gegen die Infektionskrankheit Diphtherie, die vor allem die oberen Atemwege betrifft. Unzählige Kinder starben daran.

Österreichs kostenloses Impfprogramm
Heute ist es mit einem Piks möglich, den gesunden Körper im geeigneten Moment auf lauernde Gefahren durch vielerlei Infektionskrankheiten vorzubereiten. Egal ob Rotavirus, Masern oder Keuchhusten: Durch die erhältlichen Impfungen kann das Immunsystem im Falle einer Ansteckung rasch und präzise antworten. Hierzulande steht dafür ein weitreichendes kostenloses Impfprogramm gegen eine Vielzahl an Infektionskrankheiten zur Verfügung - seit nahezu 20 Jahren. Es stellt sicher, dass alle Kinder bis zum 15. Lebensjahr einen niederschwelligen Zugang zu wichtigen Immunisierungen erhalten. Ein Großteil jener Erkrankungen, welche dadurch abgewendet bzw. deren Verlauf positiv beeinflusst werden kann, ist darin enthalten. Das kostenfreie Impfprogramm wird durch Kostenträger wie Gesundheitsministerium, Länder und Sozialversicherungsträger finanziert.

Top-10-Impfungen

1. Rotavirus (Durchfall)
2. 6-fach: Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae B, Hepatitis B
3. Pneumokokken (Lungenentzündung)
4. 3-fach: Masern, Mumps, Röteln
5. Influenza (echte Grippe)
6. FSME („Zeckenimpfung“)
7. Corona
8. HPV (Humane Papillomviren), u. a. krebsauslösend
9. Meningokokken ACWY (bakterielle Hirnhautentzündung)
10. Hepatitis A (Leberentzündung)

Den eigenen Status stets im Auge behalten
Experten raten trotz oder gerade wegen all der Erfolge dazu, etablierte Impfungen nicht aus den Augen zu verlieren. Abgesehen von der Coronaschutzimpfung sollen auch während der Pandemie sämtliche im österreichischen Plan empfohlenen Immunisierungen durchgeführt und verpasste Stiche nachgeholt werden. „Dies gilt im Besonderen für Kinder im ersten Lebensjahr, betrifft aber grundsätzlich alle Menschen“, so Prim. Priv.-Doz. Dr. Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen (OÖ). „Eine Übersicht über die Top-10-Impfungen in Österreich unterstützt bei der Kontrolle, ob Sie für sich oder Ihre Lieben eventuell eine Auffrischung übersehen haben.“

Von
Eva Greil-Schähs
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Freitag, 03. Dezember 2021
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