24.10.2021 15:00 |

ÖBB-Kampagne klärt auf

„Gefahr auf Bahnanlagen wird oft unterschätzt“

Tragisch endete, wie berichtet, für einen 50-jährigen Italiener Anfang Oktober in Strassen in Osttirol die Überquerung eines Bahnüberganges. Der Mann wurde zu Boden geschleudert und war auf der Stelle tot. Fälle wie diesen gibt es zum Glück eher selten. In Tirol gab es 2020 „nur“ fünf Leichtverletzte. Dennoch werden die ÖBB nicht müde, die Sicherheit auf den Eisenbahnanlagen ständig zu thematisieren.

„Pass auf dich auf!“ Unter diesem Motto steht die Sicherheitskampagne der ÖBB, die auf die speziellen Gefahren bei Eisenbahnanlagen hinweist. Seitens der Verantwortlichen verzeichnete man dadurch im Vergleich der Jahre 2019 und 2020 einen Rückgang bei den Unfällen: „Im Jahr 2020 sind in Österreich sieben Menschen wegen unüberlegtem Handeln und Leichtsinn an Gleisanlagen zum Teil schwer verunglückt, in zwei Fällen leider auch tödlich. 2019 waren es zwölf teils Schwerverletzte und drei Tote. Dazu kommen noch 66 Unfälle (2019: 80) mit Verletzungen an Eisenbahnkreuzungen, die bedauerlicherweise in zwölf Fällen (2019: zehn) mit dem Tod endeten.“

Positiver Trend in Tirol
Eine erfreuliche Tendenz zeigt die Bilanz in Tirol: „Im Vorjahr war bei den ÖBB wegen unerlaubten Bewegens in Gleisanlagen eine leichtverletzte Person zu beklagen, 2019 waren es zwei schwerverletzte Menschen. Bei Eisenbahnkreuzungen gab es im Vorjahr zwei Vorfälle mit vier leichtverletzten Personen zu verzeichnen, 2019 waren es fünf Vorfälle mit einer Schwer- und zwei Leichtverletzten“, rechnen die Experten vor.

Damit in Zukunft aber noch mehr Unfälle vermieden werden, erinnert die ÖBB-Sicherheitskampagne „Pass auf dich auf“ an die Gefahren beim unbefugten Betreten von Bahnanlagen.

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Wir wollen speziell die Jugendlichen ansprechen, weil sie mit Schulbeginn selbst oft zu Bahnfahrern werden und gleichzeitig wichtige Sicherheitsbotschafter in ihren Familien und im Freundeskreis sind.

Christoph Gasser-Mair

Besonders Jugendliche und junge Erwachsene begeben sich häufig aus Unwissenheit und Leichtsinn in Lebensgefahr. „Wir wollen daher speziell die Jugendlichen ansprechen, weil sie mit Schulbeginn selbst oft zu Bahnfahrern werden und gleichzeitig wichtige Sicherheitsbotschafter in ihren Familien und im Freundeskreis sind“, sagt dazu Christoph Gasser-Mair, Pressesprecher für die Bundesländer Tirol und Vorarlberg.

Zug hat 1000 Meter Bremsweg
Viele Gefahren im Eisenbahnverkehr seien den Menschen oft nicht bewusst. Diese rufen die ÖBB nochmals in Erinnerung: So haben Züge einen sehr langen Anhalteweg. Ein Güterzug mit 100 km/h benötigt etwa 700 bis 1000 Meter, um stehen zu bleiben. Ein weiteres Beispiel ist der Strom: Für diesen werden in einem privaten Haushalt gewöhnlich 230 Volt benötigt. Bei unsachgemäßer Handhabung kann dies schon tödliche Folgen haben.

Bahnstrom hingegen ist Starkstrom. „Die Oberleitungen haben, auch wenn kein Zug fährt, eine Spannung von 15.000 Volt, das sind 65-mal mehr als in einer Steckdose“, verdeutlichen die Experten.

Abschließend warnen die ÖBB, dass man die Leitungen oder Teile, durch die der Strom fließt, nicht einmal berühren muss, um einen tödlichen Stromschlag zu erleiden. Wenn eine gewisse Distanz unterschritten wird, droht schon ein Spannungsüberschlag.

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