21.10.2021 13:26 |

„Alles daran setzen“

Corona: Italien will 90% der Bevölkerung impfen

Während die italienische Regierung mit Protesten gegen die seit Freitag geltende 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer konfrontiert ist, setzt sich das Kabinett neue Impfziele. „Unser Ziel ist der komplette Neustart. Daher müssen wir alles daran setzen, 90 Prozent der Bevölkerung zu impfen“, erklärte Außenminister Luigi Di Maio auf Facebook. „Wer Nein zur Impfung sagt, sagt Nein zum Leben. Wer sich gegen die 3G-Pflicht wehrt, will den Wirtschaftsaufschwung stoppen.“

Laut Regierungsangaben haben 86 Prozent der Italiener im Alter von über 12 Jahren zumindest eine Impfdosis erhalten. Italien hat bereits mit der Verabreichung der dritten Dosis an ältere und gebrechliche Menschen begonnen.

Der für die Impfkampagne beauftragte Regierungskommissar Francesco Figliuolo sucht nach Lösungen für die nicht geimpften Italiener, die sich angesichts der seit Freitag geltenden 3G-Pflicht jeden zweiten Tag testen lassen müssen.

Aufruf an Regionen
Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium rief Figliuolo die Regionen auf, den Apotheken zu erlauben, Schnelltests auch außerhalb der Dienstzeiten und an Tagen, an denen sie normalerweise geschlossen sind, durchzuführen. Damit sollen auch Arbeitnehmer getestet werden, die sich bei den Apotheken nicht angemeldet haben, berichtete der Verband der italienischen Apothekerverbände (Fofi).

2,1 Millionen Tests seit Freitag
Seit dem Inkrafttreten der 3G-Pflicht am vergangenen Freitag wurden 2,1 Millionen Tests durchgeführt. Dies entspricht einem Plus gegenüber der Vorwoche von 78,5 Prozent. Experten warnen vor der Gefahr, dass es angesichts der hohen Nachfrage zu Engpässen im Testsystem kommen könnte. In mehreren Städten würden die Abstriche schon knapp werden. „Arbeitskräfte können nicht arbeiten, weil sie den Grünen Pass nicht erhalten, was sich negativ auf die Unternehmen und die Wirtschaft auswirkt“, kritisierte der Lega-Abgeordnete Edoardo Rixi.

Salvini: „Situation in Krankenhäusern keineswegs besorgniserregend“
Lega-Chef Matteo Salvini äußerte die Hoffnung, dass die Pflicht zur Vorlage des Grünen Passes für Arbeitnehmer bis Ende des Herbstes abgeschafft werden könnte, da die Situation in den Krankenhäusern des Landes keineswegs besorgniserregend sei.

Gesundheits-Staatssekretär Andrea Costa bemüht sich inzwischen, die Probleme ausländischer Arbeitskräfte zu beheben, die in ihrer Heimat mit Vakzinen geimpft wurden, die in der EU nicht anerkannt sind und für die sie keinen Grünen Pass erhalten können. Dieses Problem betreffe viele osteuropäische Haushaltskräfte sowie chinesische Bürger, die in Italien arbeiten.

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