Teufelskreis entdeckt

Darum schmelzen Grönlands Gletscher schneller

Ausland
13.08.2025 17:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Gletscher in Grönland verlieren jedes Jahr mehrere Kubikkilometer Eis. Ein Forscherteam der Universität Zürich hat jetzt herausgefunden, was das Schmelzen beschleunigt – und das mithilfe von Glasfaserkabeln.

Abbrechendes Eis lässt Grönlands Gletscher schneller schmelzen. Die herabfallenden Eisbrocken lösen Wellen aus, die warmes Wasser aus der Tiefe nach oben bringen. Diesen Effekt wies ein Forschungsteam der Universität Zürich dank Glasfaser-Kabeln erstmals nach. Am Mittwoch präsentierten die Forschenden ihre Erkenntnisse in einer Studie in der Fachzeitschrift „Nature“.

Gletscher verliert jedes Jahr 3,6 Kubikkilometer Eis
Am Gletscher namens Eqalorutsit Kangilliit Sermiat im Süden Grönlands haben die Forschenden dafür ein zehn Kilometer langes Glasfaserkabel am Meeresboden entlang der Gletscherfront verlegt. Der Gletscher verliert jedes Jahr rund 3,6 Kubikkilometer Eis – das entspricht fast dem Volumen des Zürichsees (3,9 Kubikkilometer) in der Schweiz.

Ein Teufelskreis verstärkt das Gletscherschmelzen
Die Messungen mit den Glasfaserkabeln zeigten, dass der Aufprall der abbrechenden Eisbrocken ins Meer und ihr anschließendes Wegtreiben die Durchmischung mit dem warmen Wasser in der Tiefe verstärkt. Nach dem ersten Aufprall im Wasser schwappen Oberflächenwellen durch den Fjord, die zuerst die obersten Wasserschichten aufmischen. Da das Meerwasser in den grönländischen Fjorden wärmer und schwerer als das Gletscherschmelzwasser ist, setzt es sich am Boden ab.

Wellen bringen Wassertemperatur durcheinander
Lange nach dem Aufprall beobachteten die Forschenden weitere Wellen. Diese breiten sich unter Wasser zwischen verschieden dichten Wasserschichten aus. Diese Wellen können laut der Universität Zürich höher als ein Hochhaus sein. An der Oberfläche sind sie aber nicht sichtbar. Trotzdem durchmischen sie die Wassersäule zusätzlich und bringen so mehr Wärmeenergie an die Eiswand. Das wiederum erhöht die Schmelze und Erosion an der im Wasser stehenden senkrechten Eiswand und erleichtert das Abbrechen von Eisbergen darüber.

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