14.10.2021 10:06 |

Ausweitung von 3G

Corona-Proteste: Italien verschärft nun Kontrollen

In Italien wächst die Sorge vor neuerlichen Streiks und Protestaktionen gegen die Ausweitung der 3G-Zugangsregelungen. Das Innenministerium in Rom kündigte besondere Sicherheitsmaßnahmen an. Den Grüne Pass - ein Nachweis, dass man geimpft, vom Coronavirus genesen ist oder sich einem 48 Stunden gültigen Schnelltest unterzogen hat - müssen künftig 23 Millionen Arbeitnehmer vorweisen, wenn sie ihren Arbeitsplatz betreten wollen. Auch Beamte im Homeoffice müssen diesen haben.

Vor allem Proteste von Beschäftigten im Güterverkehr könnten am Freitag zum Problem für die Wirtschaft werden. Die Arbeiter im Hafen Triest haben mit einer Blockade gedroht, sollte die Regierung in Rom die 3G-Nachweispflicht nicht fallen lassen. Zu ähnlichen Protestaktionen könnte es auch in anderen Häfen des Landes kommen.

Die Polizei wurde angewiesen, Aktivitäten zur Prävention möglicher Störaktionen zu intensivieren. Webseiten und soziale Netzwerke, die zu gewaltsamen Protesten aufrufen könnten, sollen besonders streng überwacht werden.

Warnung vor Lieferproblemen und leeren Verkaufsregalen
Der Transport- und Logistikverband Conftrasporto warnte vor Lieferproblemen und leeren Verkaufsregalen. Viele Fahrer seien Ausländer und hätten den Grünen Pass nicht, weil sie nicht geimpft seien oder weil die Impfung aus ihren Heimatländern nicht anerkannt würde. Die Arbeitnehmer des Elektrogeräteproduzenten Electrolux kündigten bereits einen achtstündigen Streik an. Die rechte Regierungspartei Lega warnte auch vor Schwierigkeiten bei den Sicherheitskräften. Rund 20 Prozent der Carabinieri und der Polizisten seien nicht geimpft.

85 Prozent der Über-12-Jährigen einmal geimpft
Die 3G-Pflicht für 23 Millionen Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst sorgte in den vergangenen Wochen bereits für landesweite Proteste. Am Samstag hatten in Rom Zehntausende Menschen demonstriert. In Italien erhielten bis Mittwoch rund 85 Prozent der Menschen über zwölf Jahren zumindest eine Impfdosis gegen Covid-19.

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