Bewohner beunruhigt

Oberlaa: Keine Polizeistation für 30.000 Bürger

Wien
06.10.2021 19:00

Besorgt sind viele Bewohner in Oberlaa und Umgebung, nachdem in den vergangenen Wochen reihenweise Flüchtlinge aufgegriffen wurden. Eine Forderung ist nicht zu überhören: „Wir brauchen wieder eine Polizeistation im Ortskern“, heißt es vielfach. Pläne gibt es bereits, allerdings ist das Projekt ins Stocken geraten.

Vor einigen Jahren wurde der Stützpunkt der Diensthundestaffel in Oberlaa geschlossen. Seither ist der Ortskern ohne Polizeistation - obwohl danach eine U-Bahn-Station und Hunderte Wohnungen dazugekommen sind.

Ein Zustand, der nicht nur die Bewohner aufregt: Die Freiheitlichen fordern die rasche Wiedereröffnung einer Polizeiinspektion und ein Planquadrat gegen Schlepper. „Nur mit einer Aktion scharf kann dieser moderne Menschenhandel gestoppt werden“, erklärt FPÖ-Stadtrat Dominik Nepp. Bezirksobmann Stefan Berger (FPÖ) kündigt Anträge im Gemeinderat und im Bezirk an.

Pläne für neues Wachzimmer bei U1-Endstation
Die Diskussion ist nicht neu: Laut dem Favoritner Polizei-Personalvertreter René Reiterer gibt es schon länger Pläne für ein neues Wachzimmer in Oberlaa. So könnte die Polizeiinspektion Ada-Christen-Gasse in der Per-Albin-Hansson-Siedlung an die Laaerbergstraße verlegt werden - direkt bei der U1-Endstation. Dort könnten auch mehr Polizisten als bisher Dienst schieben. „Leider geht beim Projekt seit einiger Zeit nichts weiter“, so Reiterer. Immerhin würden im Ortskern und im dazugehörigen Einzugsbereich rund 30.000 Menschen leben.

Polizisten im Bezirk arbeiten am Limit
Doch das fehlende Wachzimmer in Oberlaa ist vielleicht nur die Spitze des Eisbergs. Generell hat die Polizei in Favoriten seit vielen Jahren mit einem Personalmangel zu kämpfen. Immerhin wohnen 210.000 Personen im Bezirk. „Wir haben dafür effektiv 319 Planstellen. Die Stadt Linz, die einwohnermäßig fast gleich groß ist, hat 650 Polizisten“, bringt Reiterer einen Vergleich.

Der Mangel müsse mit vielen Überstunden kompensiert werden. „Die Kollegen sind am Limit“, meint der Personalvertreter. Der Bezirk brauche daher dringend mehr Polizisten.

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