03.10.2021 11:30 |

Verbauung

Nach der Wahl: Hat es sich in Graz ausgebaut?

Graz, die Stadt der Kräne. Im Wahlkampf forderten nahezu alle Parteien einen Baustopp. Wurden den Menschen falsche Hoffnungen gemacht? Die Lösung für das Problem muss noch gefunden werden.

Es war das große Thema im Grazer Wahlkampf – und einer der Gründe, warum Noch-Bürgermeister Siegfried Nagl abgewählt wurde: die Verbauung.

In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Wahl wurde – von allen Parteien, außer der ÖVP – beschlossen, dass das Stadtentwicklungskonzept und der Flächenwidmungsplan überarbeitet werden sollen. Unklar ist, was geändert werden soll. Für Bauland-Umwidmungen müsste die Stadt Millionen an Entschädigungen zahlen. Wenn die Baudichten reduziert werden, besteht die Gefahr, dass noch mehr Flächen verbaut werden, warnen Experten.

Das beste Beispiel für die Komplexität des Themas: der Baustopp, der von nahezu allen Parteien im Wahlkampf gefordert wurde. Baustopp – klingt nach einer schnellen Lösung. Die Revision des Stadtentwicklungskonzepts und des Flächenwidmungsplans wird Jahre dauern. Erst wenn der Entwurf vorliegt, kann ein Baustopp verhängt werden, und selbst dann nur zeitlich befristet, auf höchstens zwei Jahre.

Schneller umsetzbar ist die Bebauungsplanpflicht, die die KPÖ und die Grünen einführen wollen. Eine solche gibt es zwar bereits, jedoch nur in gewissen Zonen, und soll auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet werden.

Der Bauboom ist größtenteils dem starken Zuzug (plus 70.000 Einwohner seit dem Jahr 2000) geschuldet – und der wird laut Prognosen anhalten (plus 30.000 bis 2034). Wenn in Graz künftig weniger gebaut werden darf, wird im Umland gebaut – und nach Graz gependelt. Und es ist zu befürchten, dass die Preise am Wohnungsmarkt weiter steigen.

Auf den zuständigen Stadtrat wartet viel Arbeit. Die Grüne Judith Schwentner soll sich um ein Klimaschutz-Ressort à la Gewessler beworben haben – mit Stadtplanung, Baubehörde und Verkehr. Sie wird sich an ihrem Wahlversprechen, Graz grüner zu machen, messen lassen müssen.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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