Grazer Grätzel

Multi-Kulti mit viel Kebap auf dem Griesplatz

Steiermark
21.09.2021 08:30

Hoher Ausländer-Anteil, Schmelztiegel, Drogen-Hotspot, Verkehrshölle - für den Grazer Griesplatz gibt es viele, aber oft wenig schmeichelnde Bezeichnungen. Ein Rundgang kurz vor der großen Wahl in Graz.

Die Polizeistation in der Karlauerstraße ist die am stärksten belastete und auch am stärksten besetzte in Graz. Und auch wenn keine genauen Zahlen darüber rausgerückt werden, ist eines fix: Konflikte, in die mehrere Personen verwickelt sind und die nicht selten mit Körperverletzungen einhergehen, finden in Gries öfter statt als in anderen Grazer Stadtteilen.

Von Prostituierten und G‘sindel
Das ist alles, was man über diesen Bezirk wissen muss - um ihn nie mehr zu betreten, sagen die einen. „Früher waren die Prostituierten da, jetzt ist es das G’sindel“, sagt eine Seniorin, die hier lange genug lebt, um eine Meinung haben zu können. „Und ich mein nicht nur die Ausländer, die überhandnehmen. Die bleiben eh unter sich.“

Der Besuch in einem Zentrum für Selbstschutz untermauert diesen Eindruck und lässt einen verblüfft zurück: Zu einem Abendtermin für kombinierte, harte Kampfsporttechniken, „da kannst eher nicht hingehen“, hört man bei der Information. „Da sind die Tschetschenen. Die wollen keine anderen dabei haben.“

„Früher war es hier lebendig“
Ein bunter Kulturenmix macht den Griesplatz aus - bloß: Es mixt sich nichts richtig. „Es gibt kein Lokal, wo alle hingehen, wo man sich treffen kann“, sagt etwa Peter Hagenauer, alteingesessener „Griesplatzer“. „Sondern: Da sind die Kurden, dort die Mazedonier, hier die Ghanesen, drüben Grazer, die von einst über geblieben sind.“

Er geht mit „seinem“ Griesplatz hart ins Gericht: „Früher war das der spannendste Platz von Graz, früher war es hier lebendig. Jetzt reiht sich Kebap-Laden an Kebap-Laden, und sobald man es sich leisten kann, zieht man weg. Sogar die Ausländer tun das.“

Politik hat auf den Platz vergessen
„Weg“ will womöglich auch die Schwangere, die hier aufs Handy starrend auf einer mickrigen Grünfläche „frische Luft“ schnappt. „Nicht mal ein Radweg geht hier durch“, moniert Hagenauer. „Es ist, als ob die Politik auf den Platz vergessen und ihn einfach abgeschrieben hat.“

Doch auch wenn ihn viele herabwürdigen: Wie die Straße hier so liegt, im Sonnenschein, im breiten Tageslicht, die vielen Leute in den Gastgärten - dann hat das doch auch Charme.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
21.09.2021 08:30
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung