Dass Tirols SPÖ-Obmann der Euregio-Versammlung angehört, lässt die Opposition schäumen. Bei der ÖVP Kufstein wurde ein Machtkampf mit einem Kuhhandel entschieden.
Dass es unter Tirols Parteien ab und zu rumort, im Gebälk kracht, gehört zu den Spielregeln. Weil Opposition und Regierung einander eben nicht lieb haben sollten, denn das macht kein gutes Bild nach außen. Diesmal aber ist es ausgerechnet ein Oppositionspolitiker, der zwischen die Fronten geraten ist: Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer. Die vereinte Opposition, bestehend aus FPÖ, Liste Fritz und Neos, stürzt sich auf ihn. Anlass: Dornauer, nicht gerade bekannt dafür, in keine Fettnäpfchen zu treten, wurde in die so genannte Euregio-Versammlung berufen. Auf ausdrücklichen Wunsch von LH Günther Platter.
Opposition verärgert
Die Oppositionschefs Markus Abwerzger (FPÖ), Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) und Dominik Oberhofer (Neos) bringt das zum Schäumen. Sie sprechen von „Hinterzimmerpolitik und Postenschacher, wo Expertise keine Rolle spielt“ (Oberhofer), von „Dornauer, der bereits am Schoß von LH Platter sitzt“ im Hinblick auf eine schwarz-rote Koalition nach der Landtagswahl 2023 (Abwerzger) und vom „miesen Stil Platters“ und dem „willfährigen Anhängsel der ÖVP“, nämlich der SPÖ unter Dornauer.
Letzterem wird vorgeworfen, bei Debatten zu Europa, bei Events zur Euregio – etwa zuletzt in Alpbach – zurückhaltend bzw. abwesend gewesen zu sein. Und ausgerechnet er soll nun diesem 15-köpfigen Gremium als Vertreter der Opposition angehören. Freilich könnte man so eine Beschickung auch damit abtun, dass es so oder so wurscht ist, wer in diesem Gremium sitzt.
Dornauer „ruhig gestellt“
Interessant ist aber, dass Dornauer angeblich wegen einer ganz anderen Postenbesetzung selbst auf den Tisch hauen wollte. Nämlich deswegen, weil der Bürochef von Platter, Florian Tursky, in den Aufsichtsrat der Tiwag entsandt wurde. Im Landhaus betont man dazu hinter vorgehaltener Hand, dass so eine Entsendung unüblich sei und es das noch unter keinem anderen Landeshauptmann gab. Auch obengenannte Oppositionspolitiker vermuten, dass Dornauer mit dieser Einberufung „ruhig gestellt“ wurde. Letztlich wahrscheinlich ein Aufreger, der, so wie viele in den Vorjahren davor, auch wieder rasch aus den Köpfen der Menschen verschwinden wird.
Wirbel vor ÖVP-Parteitag in Kufstein
Einen Kuhhandel sondersgleichen gab es im Vorfeld des ÖVP-Stadtparteitages am Mittwochabend in Kufstein. Wie berichtet, wollte man den langjährigen Obmann Hannes Rauch loswerden. Das ist auch gelungen. Nachfolger wollte Richard Salzburger (WB) werden. Das wollte aber dessen Onkel Werner Salzburger (AAB) mit aller Gewalt verhindern. „Die zwei sind wie Hund und Katz – Simmering gegen Kapfenberg ist ein Mädchengeburtstag dagegen“, weiß ein Insider.
Wahlanfechtung angedroht
Um den einen Salzburger zu verhindern, hat der andere Salzburger mit einer Wahlanfechtung gedroht, sollte am Parteitag gewählt werden. Begründung: Die Einladung dazu sei nämlich nicht ordnungsgemäß erfolgt - weil zwar bereits verstorbene Mitglieder, aber einige lebende nicht eingeladen wurden. Und so wurde den ganzen Mittwoch „kuhverhandelt“. Werner Salzburger konnte sich am Ende durchsetzen: Er verhinderte seinen Neffen als Obmann - das ist nun Thomas Oberhuber vom Wirtschaftsbund, sein Vize ist Thomas Krimbacher vom AAB. Zudem brachte er drei weitere AABler im Vorstand unter.
Es ging auch um einen Machtkampf zwischen Werner Salzburger und der „grauen Eminenz“ der Kufsteiner VP, Anton Rieder senior. Dieser versucht immer noch im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Dass es im Vorstand nun 3:3 steht, dürfte Rieder weniger gefallen.
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