12.08.2021 08:55 |

Alle Willigen geimpft

Auch Schweiz schafft kostenlose Corona-Tests ab

Wer keine Symptome hat, die auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus hindeuten, muss in der Schweiz künftig seinen Corona-Tests selbst bezahlen. Da mittlerweile alle Impfwilligen im Land auch tatsächlich geimpft sind, soll zudem die letzte Lockerungsphase der Maßnahmen beginnen, wie die Regierung in Bern mitteilte.

Während in Österreich die Tests laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) weiterhin kostenlos bleiben sollen, beschreitet die Schweiz nun einen ähnlichen Weg wie Deutschland. „Es geht nicht mehr darum, Ungeimpfte vor der Ansteckung zu schützen, sondern nur noch darum, eine Überlastung der Spitäler zu verhindern“, so Gesundheitsminister Alain Berset.

Gratis-Tests nur noch in Ausnahmefällen
Ab dem 1. Oktober soll der Bund keine Tests für Partygänger mehr finanzieren. Personen ohne Symptome sollen damit die Kosten selbst tragen müssen. Sie werden auch keine Gratis-Selbsttests mehr erhalten. Ausnahmen gibt es für regelmäßige Tests in Schulen und Firmen sowie für Kinder unter zwölf Jahren und andere Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

Der Schweizer Bundesrat nimmt damit ab sofort auch einen stärkeren Anstieg der Corona-Fallzahlen in Kauf. In den nächsten Monaten solle es auch keine umfassenden Schließungen zur Eindämmung des Virus mehr geben. Ein Hintertürchen lässt man sich aber noch: Wenn doch Maßnahmen notwendig werden, werden sie laut Berset nur Ungeimpfte betreffen.

Maskenpflicht bleibt bestehen
Ganz will man von der bisherigen Corona-Strategie jedoch noch nicht abrücken. Die derzeit geltende Maskenpflicht bleibt genauso bestehen wie die Besucherobergrenzen für Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat. An privaten Partys dürfen weiterhin maximal 30 Personen (in Innenräumen) bzw. 50 Personen (im Freien) teilnehmen. Begründet wird die Beibehaltung mit den Unsicherheiten aufgrund der Delta-Variante - inzwischen sind fast alle Fälle in der Schweiz darauf zurückzuführen.

Schon alle Impfwilligen geimpft?
Indessen ist die Impfquote rasant abgefallen. Da es kaum noch Erstimpfungen gibt, ergibt sich für den Bundesrat der Schluss, dass bereits alle impfwilligen Erwachsenen auch geimpft worden sind. Dies sei das entscheidende Kriterium für den Start der Normalisierungsphase. Tatsächlich sind jedoch erst 55,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Während Kinder weiterhin nicht dazu zugelassen sind, beträgt die Impfquote bei den Über-Zwölfjährigen rund 65 Prozent.

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