"Safer Internet Day"

So surfst du sicher und gesetzestreu im Internet

Web
08.02.2011 13:25
Die EU hat den Februar zum Monat des sicheren Umgangs mit dem Internet ausgerufen, der 8. Februar rückt dieses Anliegen als "Safer Internet Day" nochmals in den Fokus. An zahlreichen Schulen findet diesen Monat Unterricht zum Thema statt. Doch nicht nur Kinder und Jugendliche sollten informiert werden - viele Erwachsene haben ebenfalls Nachholbedarf. krone.at zeigt dir, wie du sicher und gesetzestreu im Internet unterwegs bist.

Die europaweite Studie "EU Kids Online" hat im Oktober 2010 gezeigt, dass heimische Eltern Gefahren, die im Internet auf ihre Kinder lauern, stark unterschätzen. Dabei sind die Österreicher geradezu internethörig, wie eine Studie der GfK zeigte - besonders Jüngere loggen sich mehrmals täglich ein und beziehen die meisten Informationen aus dem Netz. Dabei gehen sie arglos mit ihren privaten Daten um.

Wenig preisgeben - auch in E-Mails
Ein wichtiger Tipp, um im Internet sicher zu surfen, lautet daher, nicht zu viele Informationen über sich preiszugeben - das gilt für persönliche Daten ebenso wie für Fotos und Texte. Immer wieder zeigt sich, dass auch E-Mails zu sehr vertraut wird. So wurde einigen Frauen in den USA zum Verhängnis, dass sie ihren Lebensgefährten Nacktbilder gesendet hatten - ein Hacker knackte ihre E-Mail-Zugänge und verschickte die Bilder an deren Bekannte. Vorsicht gilt auch bei der Informationsweitergabe für vermeintliche Gratis-Angebote - gestohlene Kreditkartendaten sind ebenso häufig die Folge wie der unwissentliche Abschluss eines sündteuren Abos oder die Aufnahme in Werbedatenbanken.

Zahlreiche Problemfelder rund um Sex und Pornos
Sexualität im Internet ist in vielerlei Hinsicht ein problematisches Feld - Erwachsene werden über einschlägige Websites oft Opfer von Erpressung und Schadsoftware, Kinder kommen in Kontakt mit Pornographie, Jugendliche präsentieren sich auf Fotos und in Videos zu freizügig und müssen damit rechnen, das einmal versendete Material nie mehr endgültig löschen zu können. Zudem werden Jugendliche wegen solcher oder peinlicher Aufnahmen oft gemobbt, in den USA haben sich einige junge Menschen aus diesem Grund sogar bereits das Leben genommen. Eltern sind also in der Pflicht, mit ihren Kindern auch aktiv über deren Interneterlebnisse zu sprechen - ebenso wie Gewalt- und Porno-Videos, die immer mehr Verbreitung auf Handys finden.

Hohe Strafen für Raubkopierer auch in Österreich
Ein weiterer Punkt, der selbst gesetzestreuen Staatsbürgern nicht immer klar ist, betrifft das Urheberrecht im Internet. Wer Musik, Filme, Spiele oder Software herunterlädt, verletzt das Vervielfältigungsrecht, das nur dem Besitzer der Rechte (also etwa dem Spielepublisher oder der Plattenfirma) zusteht. Die vielfach geäußerte Behauptung, dass der illegale Download in Österreich erlaubt sei, ist daher falsch. Noch größere Probleme handelt sich jedoch ein, wer solch urheberrechtlich geschütztes Material im Internet weiterverbreitet - bis zu 36.000 Euro Streitwert sich auch in Österreich keine Seltenheit. Sicher fühlen kann sich hierzulande übrigens niemand, Firmen aus den USA und anderen Ländern suchen weltweit - auch in kleinen Ländern - höchst erfolgreich nach Raubkopierern.

Fotos und Grafiken ebenfalls geschützt
Auch die Verwendung von Fotos, Zeichnungen und Grafiken aus dem Internet kann Konsequenzen nach sich ziehen - meist in Form horrender Rechnungen. Wer also zum Beispiel seine Website mit einem Blumenfoto oder einer Comicfigur schmücken möchte, sollte tunlichst nicht auf das Material anderer zurückgreifen - er verstößt damit gegen das Urheberrecht. Allein das Aufforderungsschreiben eines Anwalts, ein Bild zu entfernen, kostet etwa 1.500 Euro - kommt es zu einem Prozess, können schnell Zehntausende Euro zusammenkommen.

Zitat oder Plagiat - Kennzeichnung wichtig
Anders liegt der Fall bei Texten, hier gibt es ein sogenanntes Zitatrecht. Das gilt jedoch nur, wenn die übernommene Textstelle als ebensolches Zitat klar gekennzeichnet und die Quelle angegeben ist. Damit nehmen es Schüler und vor allem Studenten in wissenschaftlichen Arbeiten nicht immer so genau - was für Letztere bei Nachweis eines Plagiats zur Aberkennung von Titeln führen kann.

Saferinternet.at mit Infos für Eltern und Jugendliche
Noch mehr Wege aus dem höchst gefährlichen blinden Vertrauen dem Netz gegenüber sind zum Beispiel auf der Website Saferinternet.at zu finden. Sie wird über das "Safer Internet Programm" der EU ebenso finanziert wie das heimische Unterrichts- und Wirtschaftsministerium und Sponsoren aus der Wirtschaft.

Hier finden sich zum Beispiel Broschüren, die kostenlos bestellt und heruntergeladen werden können. Die Themen sind vielfältig - Eltern werden etwa über Sexualität im Internet aufgeklärt, außerdem sind Tipps zum sicheren Umgang mit dem Cyberspace erhältlich. Ebenfalls ein zunehmendes Problem: Was tun bei Gewaltvideos am Handy und Belästigung über das Internet und das Mobiltelefon? Lehrer finden Unterrichtsmaterialien, etwa zum Schutz der Privatsphäre und gegen Cyber-Mobbing. Außerdem wird erklärt, warum sich hinter vielen "Gratis"-Angeboten Abzocke versteckt und was es mit dem Web 2.0 auf sich hat. Auch die Klärung von Urheberrechtsfragen, dem beliebten Kopieren von Textstellen aus Online-Quellen, und Kommunikationsregeln im Internet kommen nicht zu kurz.

Quiz und Facebook-Chef für Jugendliche
Informationen zum sicheren Surfen, ein Handy-Guide und Anleitungen wie "Du bestimmst" - zur Aufklärung über vermeintliche Anonymität im Netz, Videoüberwachung, Filesharing und Datenmissbrauch - finden auch Jugendliche. Sie können zudem am "Saferinternet.at-Quiz" teilnehmen, wo sie mit praxisnahen Beispielen ihr Wissen um Datenschutz, die Vertrauenswürdigkeit von Online-Informationen und Urheberrecht überprüfen können. Zudem steht ein "Facebook-Check" per PDF zur Verfügung, wo die wichtigsten Einstellungen für mehr Privatsphäre zusammengefasst sind - mehr Informationen und Einstellungsmöglichkeiten findest du im krone.at-Special zum Thema Datenschutz (siehe Infobox).

Nachholbedarf auf zahlreichen Gebieten
Jugendliche aufzuklären ist besonders wichtig, so Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Saferinternet.at: "In den Schulworkshops von Saferinternet.at stellen wir regelmäßig mangelndes Bewusstsein dafür fest, dass unüberlegte Veröffentlichungen auf Facebook Co ein viel größeres Publikum haben als am Schulhof." Belästigungen im Internet (75%) sowie Urheberrechte und Plagiate (74%) liegen laut den befragten Lehrenden an zweiter und dritter Stelle der häufigsten Informationsdefizite bei den Jugendlichen. Das Internet ist zur beliebtesten Recherche-Quelle für Hausaufgaben und Referate geworden. Sechs von zehn Lehrenden (62%) geben jedoch an, dass die Schüler Lernbedarf bei der kritischen Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten haben. Das Spektrum reicht von der Frage "wahr oder falsch?" über das richtige Einschätzen von Online-Bekanntschaften bis hin zum Erkennen versteckter Online-Werbung.

Immerhin: Laut der Studie "EU Kids Online" berichten 78 Prozent der österreichischen Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 16 Jahren, dass das richtige Verhalten im Internet schon einmal in der Schule besprochen wurde (EU-Schnitt: 73%). Damit leisten die Schulen - ergänzend zum Elternhaus - bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz von Jugendlichen. Dieses Jahr haben sich mehr als 200 Schulen mit eigenen Projekten rund um die Themen "Internetsicherheit" und "Medienkompetenz" zum Aktionsmonat angemeldet.

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