Vorrat erschöpft

Fast alle IPv4-Internetadressen aufgebraucht

Web
03.02.2011 14:28
Dem Internet drohen die Adressen auszugehen. Die internationale Adressverwaltungsorganisation IANA habe mittlerweile 251 der 256 großen Adressblöcke vergeben, erklärte der Hightech-Verband Bitkom am Donnerstag in Berlin. Die letzten fünf Blöcke mit neuen Internetadressen werde die IANA schon sehr bald an die fünf regionalen Organisationen zur Verteilung der Adressen vergeben. Ende 2011 seien dann voraussichtlich alle verfügbaren Internetadressen aufgebraucht.

Die sogenannten IP-Adressen im Internet bestehen aus 32 Nummern. Sie stecken unter anderem hinter den gut merkbaren Internetadressen mit Endungen wie ".at" oder ".com". Aber auch jeder Computer und jedes Handy, dass sich mit dem Internet verbindet, bekommt eine solche Adressnummer zugewiesen. Der 1980 eingeführte Standard IPv4 ermöglicht 4,3 Milliarden Adressen - doch diese sind bald ausgeschöpft.

Eine Lösung ist eigentlich in Sicht: Beim neuen IPv6-Standard bestehen die Adressen aus 128 Nummern, möglich sind dadurch 340 Sextillionen Adressen - als Zahl: 340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000. Die Umstellung laufe aber zu langsam, warnte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer: "Europa hinkt bei der Umstellung auf IPv6 Asien und Amerika hinterher."

Aktuell seien noch längst nicht alle Internetprovider in der Lage, ihren Kunden Diendte auf Basis von IPv6 anzubieten, monierte Scheer. "Wenn europäische Unternehmen noch den alten Standard nutzen, die Kunden in Asien ihre Systeme und Netze aber schon auf IPv6 umgestellt haben, dann können sie nicht mehr reibungslos über das Web kommunizieren", erklärte der Bitkom-Chef.

Der neue Standard ist nicht nur notwendig, um neue Domainnamen im Internet zu registrieren - sondern auch für die vielfältigen neuen Dienste. Sind künftig auch Kühlschränke, Autos oder Herzschrittmacher mit dem Internet verbunden, benötigen auch sie eine IP-Adresse. Mittels IPv6 wäre es theoretisch möglich, jedem Computer, jedem Handy und jedem anderen Gerät eine lebenslang einheitliche IP-Adresse zuzuweisen.

IPv6 stellt neue Fragen zum Schutz der Privatsphäre
Um den damit verbundenen Datenschutzbedenken zu begegnen, sieht das neue Protokoll "Privacy Extensions" vor, die verhindern sollen, dass man ein Gerät über längere Zeit hinweg im Netz identifizieren kann. Bei Windows sind diese Privatsphäre-Erweiterungen standardmäßig aktiviert, auf einem Mac- oder einem Linux-Rechner müssen sie erst eingerichtet werden.

"Aus technischer Sicht ist es begrüßenswert, dass jedes Gerät eindeutig adressierbar ist", sagte dazu der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rates, Christoph Meinel, der Nachrichtenagentur dpa. Die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre müsse gesellschaftlich diskutiert und geklärt werden. Dabei habe das Bedürfnis nach Anonymität und Schutz der Privatsphäre aber eine eigene Lösung verdient und sollte sich nicht wie bei der dynamischen Vergabe von IPv4-Adressen aus einem technischen Mangel ergeben.

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