Bei ihm gehen Kunst und Politik Hand in Hand: Christoph Thoma ist gelernter Musik-Pädagoge, langjähriger Kulturmanager und nunmehr Landtagsabgeordneter.
Kultursprecher der VP-Landtagsfraktion - diese Funktion scheint für Christoph maßgeschneidert, fühlt sich der 47-jährigen Tausendsassas doch schon seit jeher auf dem weiten Feld der Künste überaus wohl. Geprägt vom bürgerlichen Elternhaus („Bei uns wurde gesungen, die Festspiele besucht und Schwarz gewählt“) absolvierte er das Konservatorium, wo er Trompete sowie Chor- und Ensembleleitung studierte. „Ich war Musiklehrer, Kapellmeister und einmalig Bühnenmusiker bei den Landessymphonikern, aber verglichen mit meinem Studienkollegen Kirill Petrenko - er hat eine unfassbare Karriere gemacht, auch weil er kein Showman ist wie so mancher Dirigent - kenne ich meine Grenzen“, gibt sich der Bruckner-Fan bezüglich seines Talents realistisch.
Was ich mache, mache ich mit Leidenschaft!
Christoph Thoma
Umso effizienter agiert Christoph als Kulturmanager - sowohl als Musikvermittlungs-Chef der „Jeunesse Österreich“, als Intendant der Grazer Spielstätten sowie als Geschäftsführer der Remise Bludenz setzte er markante Akzente. Für manche Bregenzer zu markant: Unter seiner Stadtmarketing-Ägide von 2013 bis 2016 wurden das kommerziell ausgerichtete New Orleans-Festival durch Jazz-Tage und die volkstümlichen Stadtfeste durch Genussevents ersetzt. Auch wenn nicht alle davon begeistert waren - den Award zur „Stadtmarke 2014“ gewann die Landeshauptstadt trotzdem - oder vielmehr gerade deshalb.
Seine Wahlheimat Bludenz profitierte ebenfalls von seiner Energie („Was ich mache, mache ich mit Leidenschaft!“), konnte er doch als Kulturstadtrat das Kurzfilm-Festival „Alpinale“ wieder in die Alpenstadt holen und mit der Einführung eines unabhängigen Kulturbeirats dafür sorgen, dass breite Teile der Gesellschaft über die dortige Szene mitreden.
Bludenz, Essen, EU
Fälschlich als Nachfolger von Langzeitbürgermeister Mandy Katzenmayer gehandelt („Für mich stand das nie zur Debatte, ich wollte in den Landtag!“), öffnete sich 2019 die Tür in die Landespolitik: „Mir ist die Breite der Kultur wichtig, aber auch die Schnittstellen zur Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und zum Tourismus. Zudem ist die EU als leidenschaftlicher Europäer für mich ein Kernthema“, so der Landtagsabgeordnete.
Ganz auf’s Ländle reduzieren will sich der Kosmopolit auch in seinem beruflichen Alltag nicht. Mit seiner Beratungsagentur „Culturelab“ führt er Städte und Kultur zusammen: „Mit Chemnitz haben wir die erste Runde zur Europäischen Kulturhauptstadt gemeistert, aktuell moderieren wir Prozesse in Dresden, Innsbruck und Linz.“ Eines ist jedenfalls sicher: Langweilig wird dem zweifachen Vater und neuerdings - man sieht’s! - begeisterten Hobbysportler auch künftig sicher nicht werden ...
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