21.04.2021 19:00 |

Betriebshilfe Tirol

Schnelle Hilfe, wenn sonst keiner mehr helfen kann

Ein Unfall ist passiert oder eine Krankheit ausgebrochen und die Weiterführung des eigenen Unternehmens gefährdet: In solchen Situationen werden Kleinunternehmer im Rahmen der Betriebshilfe Tirol von der Wirtschaftskammer Tirol und der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen unterstützt. Das Land Tirol fördert die Initiative finanziell und springt vor allem bei Härtefällen ein.

Die Existenzsicherung von Kleinunternehmen in besonders schwierigen Situationen – dieses Ziel hat sich die Betriebshilfe Tirol auf die Fahnen geheftet. „Wenn Unternehmer arbeitsunfähig sind und in Schieflage kommen – durch Krankheit, nach einem Unfall oder bei einem längeren Spitals- oder Reha-Aufenthalt sowie der Pflege von behinderten Kindern –, greift ihnen die Betriebshilfe Tirol unter die Arme. Anspruch auf die Betriebshilfe haben auch alle Unternehmerinnen in der Schwangerschaft für die Dauer des gesetzlichen Mutterschutzes“, informieren die Obfrau des Vereins Betriebshilfe Tirol, Martha Schultz, und Tirols Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf im Gespräch mit der „Krone“.

Initiative wurde im Jahr 2004 ins Leben gerufen
Zoller-Frischauf hat die Initiative im Rahmen ihrer langjährigen Tätigkeit in der Wirtschaftskammer im Jahr 2004 mitbegründet und fungierte bis zu ihrem Eintritt in die Landesregierung 2008 als erste Vorsitzende des Vereins. Die Betriebshilfe können übrigens alle Personen in Anspruch nehmen, die bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen krankenversichert sind. Die Dauer der Betriebshilfe hängt von der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ab und beträgt im Krankheitsfall maximal 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr.

Voraussetzungen für die Betriebshilfe sind unter anderem die Gefährdung der Aufrechterhaltung des Betriebes durch den Ausfall des Unternehmers sowie mindestens eine 14-tägige Arbeitsunfähigkeit durch Unfall, Krankheit oder den Aufenthalt in einem Krankenhaus, einer Sonderkrankenanstalt oder einem Rehabilitationszentrum. Zudem gelten gewisse Einkommensgrenzen, um eine kostenlose Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen.

Land Tirol schießt 30.000 Euro pro Jahr bei
Seitens des Landes wird die Initiative mit 30.000 Euro unterstützt. Bei besonderen Härtefällen springt man zudem ein. LR Zoller-Frischauf: „Ein Unternehmer und Familienvater konnte seine Tätigkeit wegen eines Gehirntumors und der damit verbundenen Chemotherapie nicht mehr ausführen, zusätzlich traten weitere Gesundheitsprobleme auf. In dieser herausfordernden Situation wurde er durch die Betriebshilfe unterstützt. Leider verstarb der Unternehmer dann unerwartet. Durch sein Ableben als Versicherter endete automatisch auch die Finanzierung der Betriebshilfe durch die Sozialversicherungsanstalt. Um den Angehörigen die unmittelbare Zeit nach dem Trauerfall zu erleichtern und das Unternehmen aufrechtzuerhalten, wurde der Betriebshelfer auf Kosten des Vereins Betriebshilfe Tirol durch die finanzielle Unterstützung des Landes weiterbeschäftigt.“

Bilanz für 2020: 63 Unternehmen geholfen
Im Jahr 2020 konnten zuletzt insgesamt 63 Betriebshilfefälle unterstützt werden. Diese 63 Fälle gliedern sich in drei Mutterschutzfälle und 60 Fälle, welche unfall- oder krankheitsbedingt auftraten. Die Betriebshilfe wird am häufigsten von Unternehmen der drei Sparten Tourismus, Handel sowie Gewerbe und Handwerk in Anspruch genommen.

17.000 Einsatzstunden
„Die Initiative der Betriebshilfe Tirol hat sich auch im vergangenen Corona-Jahr bewährt. Für die 63 Fälle wurden im Jahr 2020 knapp 17.000 Einsatzstunden von Betriebshelfern geleistet. Rund 287.000 Euro wurden im Rahmen der Betriebshilfe ausbezahlt“, erklärt Vereinsobfrau Martha Schultz. Die Unternehmerin aus dem Zillertal und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich steht der erfolgreichen Initiative mittlerweile als Chefin vor.

Markus Gassler
Markus Gassler
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