Es wird gebaut in Tirol. Trotz Krise zeigt sich die Branche verhalten optimistisch für das heurige Jahr. Die Wirtschaftskammer rechnet mit einem Baubudget von 2,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,2 Prozent. Sorge bereitet der anhaltende Facharbeitermangel und die „Preisexplosion“ auf dem Baustoffmarkt.
„Wir sind ganz gut durch das Krisenjahr 2020 gekommen“, wirft Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie, einen Blick zurück. Die Gesamtwirtschaft ist um sieben Prozent geschrumpft, die Bauwirtschaft mit 2,7 Prozent deutlich weniger stark. In Tirol habe man sogar ein zartes Plus von 0,8 Prozent gemessen, ergänzt Lechner.
Konjunkturpaket und Wohnbau helfen
Als stabiler Faktor habe sich einmal mehr der Wohnbau erwiesen. Sehr geholfen hat laut Landesbaudirektor Robert Müller aber auch das Konjunkturpaket des Landes, „das mit 50 Millionen Euro auch für heuer und die kommenden Jahre gut ausschaut“. Vor allem in Schul- und Straßenbau werde derzeit kräftig investiert, zählt der Baudirektor auf. Beim sozialen Wohnbau sind die Gemeinden engagiert. Sorge bereitet den Vertretern der Bauwirtschaft deren finanzielle Ausstattung. „Durch die Krise verfügen Kommunen über immer weniger frei verfügbares Budget. Das wird sich auf das Auftragsvolumen auswirken“, befürchtet Lechner.
Ein Viertel erwartet Minus, 17 Prozent ein Plus
Für heuer rechnen laut einer aktuellen Umfrage 25 Prozent der Tiroler Bauunternehmer mit einem Umsatzrückgang, 17 Prozent rechnen mit Zuwächsen. Etwas mehr als 57 Prozent der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Umsatzvolumen aus. Die meisten Firmen rechnen beim Wohn- und Straßenbau mit Steigerungen.
Terminprobleme und Kostenexplosion
Bei der Beschaffung von Baustoffen sehen sich Tirols Unternehmen zunehmend unter Druck. Lechner spricht von „globalen Preisexplosionen, vor allem beim Stahl“. Auch Dämmstoffe, Kunststoffrohre oder -böden seien schwer zu bekommen. Das führe letztlich oft zu Terminproblemen. Ein weiterer Faktor für Verzögerungen: der Facharbeitermangel. Anton Rieder, Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes: „Wir zahlen gut, bieten sichere Arbeitsplätze und trotzdem sind viele Firmen akut unterversorgt“.
Wie viele Wirtschaftstreibende kritisieren auch die Vertreter der Tiroler Bauwirtschaft einmal mehr „zu lange Behördenverfahren“. Nach dem Vorbild Wien erhoffen sie sich für Tirol bald die Möglichkeit einer digitalen Baubewilligung. Woran das bisher scheiterte? Müllers Erklärung: „Wien ist eine Gemeinde, wir haben mehr als 270.“













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