09.04.2021 15:00 |

Start vor 100 Jahren

Der lange Weg zur eigenen Diözese für Innsbruck

Vor 100 Jahren - am 9. April 1921 - wurde Sigismund Waitz zum apostolischen Administrator für den österreichischen Teil der Diazöse Brixen ernannt. Damit war der Grundstein für die später eigenständige Diözese Innsbruck gelegt. Waitz gilt als schillernde und einflussreiche Persönlichkeit der Kirche und Politik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Heute gehört Brixen zu Italien, so war es allerdings nicht immer: Bis zum Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Saint-Germain lag Brixen auf österreichischer Seite. Die Diözese umfasste jedoch weiterhin Brixen, Nordtirol und Vorarlberg. Am 9. April 1921 wurde die Administratur Innsbruck-Feldkirch für den österreichischen Teil der Diözese Brixen gegründet. Dem Bischof untergeordneter Administrator wurde der Südtiroler Sigismund Waitz.

Mann der Projekte
Bei der Österreichischen Bischofskonferenz und der Kurie in Rom vertrat Waitz die Anliegen Südtirols. Vier Jahre später wurde die Administratur direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Waitz, der damals Weihbischof von Brixen war, bekam alle Rechte eines residierenden Bischofs zugesprochen. 1926 gründete er in Schwaz ein Knabenseminar: das heutige Gymnasium Paulinum.

An Konkordat beteiligt
Später initiierte er außerdem das Priesterseminar in Innsbruck. Darüber hinaus war Waitz Lokalpolitiker und Vertrauter des letzten österreichischen Kaisers Karl I. Zudem war er an den Verhandlungen über ein österreichisches Konkordat (Vertrag zwischen Kirche und Staat, Anm.) beteiligt. Trotz seines Antijudaismus sprach sich Waitz gegen den Nationalsozialismus aus.

Eigenständige Diözese
Eine eigene Diözese wurde die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch 1964. Papst Paul IV ernannte damals Paulus Rusch zum ersten Innsbrucker Bischof. Vier Jahre später folgte Vorarlberg.

Melina Mitternöckler, Kronen Zeitung

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