17.03.2021 18:27 |

Vor einem Jahr

Horrorbilder: Als Militär Särge aus Bergamo fuhr

Die Fotos aus dem März des vergangenen Jahres hatten sich in das Gedächtnis der Menschen in Italien eingebrannt: Das Militär musste damals die vielen Corona-Toten in Särgen aus Bergamo schaffen und in Krematorien anderer Städte bringen, weil kein Platz mehr war. Tausende Menschen infizierten sich damals mit dem Coronavirus, Hunderte fielen ihm zum Opfer. Bergamo galt als das Epizentrum des Corona-Ausbruchs in Europa. Am Donnerstag will die Stadt der Corona-Toten gedenken. 

Die Lombardei, die am stärksten von der Epidemie betroffene Region Italiens, erlebte im März 2020 dramatische Zeiten. Am 18. März zeigten Medien erstmals Bilder von den Militär-Lastwagen, die vom Friedhof der Stadt Bergamo aus Dutzende Särge von Covid-19-Opfern zu Krematorien anderer Regionen brachten.

Tagelang war die Kapazität der Leichenhalle in Bergamo völlig ausgeschöpft. Der 18. März ist inzwischen zum nationalen Gedenktag an die Corona-Toten erklärt worden.

Bürgermeister erinnert sich an die dramatischen Tage zurück
„Bergamo war die italienische Stadt, die am stärksten von der ersten Welle der Coronavirus-Epidemie betroffen war. Es geschah plötzlich, als sich keiner von uns so etwas vorstellten konnte. Allein in der Stadt zählten wir fast 700 Todesopfer, 6000 in der gesamten Provinz“, erinnerte sich der Bürgermeister von Bergamo, Giorgio Gori. Fast jeder habe in diesen dramatischen Tagen mindestens einen Angehörigen, Freund, oder Bekannten verloren.

Gedenkfeier
Ministerpräsident Mario Draghi will Donnerstagmittag an einer Gedenkfeier teilnehmen und einen Gedenkwald symbolisch eröffnen. Den Tag über sind in der Stadt aber auch in ganz Italien Veranstaltungen geplant. Für Bergamo gilt jedoch ein Lockdown. Viele Menschen können deshalb nicht vor Ort dabei sein. Sie müssen via Fernsehen oder Live-Stream im Internet zusehen, wie die Kommune mitteilte.

Weite Teile Italiens bis 6. April im Lockdown
Ein Jahr später sieht Italien immer noch kein Licht am Ende des Tunnels. In weiten Teilen des Landes, darunter auch in der Region Lomardei, gilt seit Montag wieder ein Lockdown. Schulen, Hochschulen, Cafés und Restaurants sind geschlossen. Nur der Außer-Haus-Verkauf bleibt erlaubt. Der Verkauf aller nicht dringend benötigten Produkte wurde gestoppt. Für das Oster-Wochenende wurde schon jetzt für ganz Italien die Alarmstufe rot festgesetzt. Der aktuelle Lockdown soll mindestens bis zum 6. April in Kraft bleiben.

In Italien war in der vergangenen Woche die Schwelle von 100.000 Corona-Toten überschritten worden. Zuletzt stieg die Zahl der Infektionen wieder stark an, unter anderem wegen der Ausbreitung der britischen Corona-Mutante. Am Sonntag wurden erneut mehr als 21.000 Neuinfektionen gemeldet.

Quelle: APA/dpa

Franz Hollauf
Franz Hollauf
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