14.03.2021 09:26 |

EU-Kommissionsvize:

„Bei Impfstoff-Bestellung wurden Fehler gemacht“

Deutliche und ehrliche Worte kommen von EU-Kommissionsvize Frans Timmermans, der nun eingeräumt hat, dass bei der Bestellung der Corona-Impfstoffe Fehler gemacht wurden. Er will sich einer politischen Aufarbeitung der Angelegenheit nicht verweigern, vorerst gehe es aber vorrangig darum, „dass ganz Europa Impfstoff bekommt“.

„Sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten“ seien Fehler gemacht worden, sagte der Stellvertreter von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Am Ende der Pandemie könne man Bilanz ziehen, um zu sehen, „was wir falsch und was wir richtig gemacht haben“. In der jetzigen Situation aber sei die Versorgung aller Europäer mit Impfstoff wichtiger. Hierbei verstehe er auch den Anspruch der Bürger, „dass wir schnell liefern müssen“, wie Timmermans in dem Interview betonte.

Trotz allem ist der EU-Politiker auch immer noch überzeugt, dass eine gemeinschaftliche Bestellung durch die EU der richtige Weg gewesen ist, wie er beteuerte. Ein europäisches Vorgehen sei „auch im Interesse der reicheren Staaten“ erfolgt, ergänzte der Stellvertreter der Kommissionspräsidentin.

Zögerliches Handeln, strategische Fehler
Die EU-Kommission hat von den vier in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen insgesamt mindestens 1,4 Milliarden Dosen geordert - eigentlich mehr als genug für die rund 450 Millionen Europäer. Allerdings steht die Kommission seit Längerem in der Kritik, unter anderem weil ihr zögerliches Handeln und strategische Fehler bei der Bestellung von Impfstoffen vorgeworfen werden.

Auch die Verteilung der Impfstoffdosen auf die Mitgliedstaaten wird in manchen Hauptstädten der EU als ungerecht empfunden. So haben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seine Amtskollegen aus Bulgarien, Lettland, Slowenien, Tschechien und Kroatien in einem Brief an den EU-Ratspräsidenten und von der Leyen hochrangige Gespräche über eine gerechtere Verteilung der Corona-Impfdosen verlangt.

Quelle: Tagesspiegel/APA

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