Die von der Regierung zur Verfügung gestellten Gratistests sind in vielen Apotheken längst vergriffen. In den nächsten Tagen soll Nachschub eintreffen. Die erste Lieferung wartete mit so mancher Kuriosität auf. Vor allem die Beipackzettel hatten es in sich. In manchen Fällen fanden sich darin sogar Falschinformation zur Deutung des Testergebnisses.
Keine Frage: Die kostenlosen Wohnzimmertests aus der Apotheke sind eine praktische Sache. Sie werden von den Behörden zwar nicht als Beweis anerkannt, dass keine Covid-Erkrankung vorliegt, dennoch können sie für etwas Orientierung sorgen.
In den meisten der 130 Tiroler Apotheken waren die von der Regierung bereitgestellten Gratistests innerhalb kürzester Zeit weg. 260.000 Stück wurden Anfang März geliefert. „Der Nachschub ist unterwegs. Wir erwarten ihn jeden Tag“, sagt Matthias König, der Präsident der Tiroler Apothekerkammer.
Beipackzettel sind kaum zu entziffern
Zu hoffen bleibt, dass bei der zweiten Tranche die „Kinderkrankheiten“ beseitigt sind. Denn bei den ersten Tests mussten sich die Verbraucher mit so mancher Kuriosität herumschlagen. Vor allem die Beipackzettel hatten es in sich. „Ein mit Miniaturschrift vollgestopfter Zettel, den man nur mit Lupe lesen kann. Da ist von einfacher Handhabung die Rede, aber eine einfache Erklärung ist offenbar nicht zu schaffen“, ärgert sich ein Innsbrucker. Er ist längst nicht der einzige Unzufriedene. Zahlreiche „Krone“-Leser berichten von frustrierenden Erfahrungen beim Praxistest. So kam es vor, dass ein Teil der Beschreibung fehlte, weil Textpassagen abgeschnitten waren.
Falsche Angaben zum Testergebnis
Richtig skurril ist jene Packungsbeilage, die ein Milser bei seinem Wohnzimmertest fand. Ob das Ergebnis positiv oder negativ ist, erschließt sich einfach nicht. In beiden Fällen ist die gleiche Verfärbung im Kontrollfeld möglich. „Wieder so eine Husch-Pfusch-Aktion, wie wir sie in den vergangenen Monaten leider oft erlebt haben. Kein Wunder, dass die Menschen kein Vertrauen mehr haben“, lautet die Schlussfolgerung des Milsers.
Tirols Apothekerkammer-Chef sieht es ähnlich. Wieder einmal sei hier etwas „auf die Schnelle“ hochgezogen worden, was offenbar noch nicht ganz ausgereift war. „Man merkt, dass die Produktion rund um die Selbsttests unter Zeitdruck erfolgte“, stellt König fest. Er hofft, dass die zweite Lieferung nicht nur bald, sondern auch mit „ordentlichen“ Beipackzetteln eintrifft: „Das wurde uns zumindest versprochen.“
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