Wenn es nach den Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation geht, wird im Jahr 2050 jeder zweite Erdenbewohner kurzsichtig sein. Ein Grund dafür: zu viel Bildschirmarbeit. Was tun dagegen? Die Augenoptiker warten mit einigen Neuerungen auf. Darunter eine Brille, die bei Kindern Kurzsichtigkeit einbremst.
Die Welt wird kurzsichtig! Waren im Jahr 2000 rund 22 Prozent der Bevölkerung betroffen, so sind es aktuell bereits 33 Prozent. Im Jahr 2050 geht die WHO von einem Anteil von knapp über 50 Prozent aus. „Neben genetischen Faktoren spielt vor allem die Digitalisierung für diese Entwicklung eine entscheidende Rolle“, erklärt Christian Isser, Tirols Landesinnungsmeister der Augenoptiker, bei einer Online-Pressekonferenz.
Neue Gläser bremsen die Kurzsichtigkeit
Bildschirmarbeit ist Hochleistungssport für unsere Augen. Wer schon in jungen Jahren viel vor dem Computer sitzt, dessen Sehleistung droht besonders schnell abzunehmen. Dieser Prozess kann laut Fachleuten durch eine neue Form von Brillengläsern gebremst werden. Entwickelt wurde die Technologie in Asien, wo besonders viele Menschen kurzsichtig sind.
„Sinnvoll ist der Einsatz der neuen Gläser bei Schulkindern, bei denen sich die Kurzsichtigkeit noch im Anfangsstadium befindet, aber laufend zunimmt. Durch die neue Technologie kann die Verschlechterung deutlich verringert werden“, erläutert Isser. Erreicht wird der Effekt durch eingebaute Segmente, die die unterschiedlichen Korrektur-Erfordernisse im Zentrum und am Rand des Auges berücksichtigen. Das Glas hat dadurch zwei verschiedene Brechwerte.
Mit den neu entwickelten Brillengläsern kann das übermäßige Augenlängenwachstum, das hinter einer Kurzsichtigkeit steckt und sich im Laufe des Älterwerdens verstärkt, um durchschnittlich 60 Prozent eingebremst werden.
Tirols Landesinnungsmeister Christian Isser
Ab April sind laut Optiker-Innung die sogenannten DIMS-Gläser im heimischen Handel erhältlich. Günstig sind sie nicht. Mehr als 250 Euro pro Glas sind zu veranschlagen. Isser: „Wir verhandeln derzeit mit der Sozialversicherung wegen eines Zuschusses.“
Linsen korrigieren die Weitsichtigkeit
Was die neuen Gläser für Junge leisten, versprechen spezielle Ein-Stärken-Kontaktlinsen für Menschen mit Altersweitsichtigkeit. „Sie werden über Nacht getragen und wirken formend auf die Augen. Sie reduzieren den Effekt der Fehlsichtigkeit und man ist tagsüber weniger auf Brillen oder Linsen angewiesen“, sagt Gustav Pöltner, Leiter des neuen Studiengangs Augenoptik in Innsbruck.
Computerarbeit strapaziert die Augen. Aber auch die Schutzmaske. Bundesinnungsmeister Markus Gschweidl: „Sitzt die Maske nicht richtig, strömt die Luft nach oben. Dadurch trocknen die Augen aus.“ Die Tipps der Fachleuchte: Für Luftfeuchtigkeit sorgen, genug trinken und Augentropfen verwenden.
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