12.02.2021 08:00 |

Schauspielhaus Graz

Zarte Berührungen in der virtuellen Realität

Nachdem die virtuelle Version des Erfolgsstücks „Judas“ im Vorjahr sehr gut ankam, legt das Grazer Schauspielhaus nun mit „Krasnojarsk“ ein Projekt vor, das per Virtual-Reality-Brille zum Publikum kommt. Darsteller Nico Link und Katrija Lehmann erzählen über Dreharbeiten in der Einöde und ihren Corona-Alltag.

„Was noch vor einem Jahr nach Science-Fiction geklungen hat, ist mit Corona plötzlich total aktuell“, sagt Katrija Lehmann über eine der zentralen Fragen von „Krasnojarsk“: „Wie geht das nach Monaten und Jahren der Einsamkeit, wieder reale Kontakte zu haben und sich zu berühren?“

Überlebende einer Naturkatastrophe
In „Krasnojarsk“ ist es ein von Nico Link gespielter Anthropologe, der in einer postapokalyptischen Welt nach vier Jahren einsamer Forschung erstmals wieder auf einen Menschen trifft - gespielt von Lehmann: „Er ist einer der wenigen Überlebenden einer fatalen Naturkatastrophe und auf der Suche nach Resten der alten Welt, als er auf Katrijas Figur trifft und erstmals wieder ein reales Gegenüber hat“, erzählt Link. Und weiter: „Langsam erkennt er wieder, wie wichtig Geschichten, Musik und soziale Kontakte im Leben sind.“

360-Grad-Kamera
Gedreht wurde dieses Virtual-Reality-Projekt unter anderem in der burgenländischen Einöde mit einer 360-Grad-Kamera: „Ein gefinkeltes Teil, das alles sieht. Darauf muss man sich erst einstellen“, sagt Link. Beim Dreh führte das durchaus zu humorigen Momenten: „Der Regisseur und sein Team mussten sich dauernd irgendwo verstecken, damit sie nicht im Bild waren“, erzählt er. Und Lehmann ergänzt: „Und hinterher standen sie dann mit einer VR-Brille in der Einöde, um zu sehen, ob alles passt.“

Mit einer solchen Virtual-Reality-Brille wird ab Dienstag auch das Publikum dieses Projekt erleben und sich durch die Welt von „Krasnojarsk“ bewegen können: Per Fahrradkurier wird sie nach Hause geliefert. „Schon ein komischer Weg, mit dem Publikum wieder in Kontakt zu treten“, so Link.

Virtueller Kontakt mit dem Publikum
Aber immerhin Kontakt. Denn im Alltag der Schauspieler fehlt seit Monaten eine wichtige Komponente: „Proben zu können ist ja schön und gut, aber der Sinn unseres Berufs ist, dass wir die Sachen zeigen und Feedback vom Publikum bekommen“, sagt er.

Auch Lehmann ist dankbar für die Möglichkeit, proben zu können. Nur gebe es gefühlt kein reales Ziel, auf das man hinarbeite: „Ich kenne das von meinem Beruf gar nicht, dass es so eine krude Form von Eintönigkeit gibt, weil all die überraschenden Momente einer Vorstellung vor Publikum komplett wegfallen.“

Nah am Geschehen
Auf genau diese Momente freuen sich beide schon wieder. Und bis dahin geistern sie in der virtuellen Realität zum Publikum: „Man ist mit der VR-Brille nah dran am Geschehen“, verspricht Lehmann.

Alle Infos zum Projekt hier

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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