Als kesse Nachbarin - und verführerische Heimkehrerin - bringt sich Tamara Drewe ins Spiel und trägt dabei das frisch operierte Näschen ziemlich hoch. Dass die exquisit geformten "Designernüstern" zu dem ehemals pummeligen Gör gehören, das mit 18 das heimatliche Provinznest hinter sich ließ, um Star-Kolumnistin in London zu werden, kann auf den ersten Blick keiner hier so recht glauben. Und so schrillt der Alarm nicht nur just in dem Haus, in dem Tamara ihre Kindheit zubrachte und zu dem sie sich jetzt auf recht unkonventionelle Weise Zutritt verschafft, sondern auch in den Köpfen der ansässigen Platzhirsche, die so viel geballt jugendlichem Sexappeal mit gockelhaften Balzritualen begegnen.
Stephen Frears' intelligente Gesellschaftskomödie, die größtenteils auf den Illustrationen von Posy Simmonds' "Tamara"-Comicserie basiert, entführt uns nach Dorset, wo sanft-grünes Hügelgewell das Auge betört, das grasende Vieh wie gepinselt da steht und in rosenumrankten Cottages die Beschaulichkeit döst - bei Portwein und feinem Teegebäck.
Agonie einer Ehe
Auch die Stonefield-Farm ist so ein Haus - ein Schriftsteller-Refugium überdies, das hypochondrischen Selbstzweifeln und latenten Schreibblockaden Raum gibt, auf dass die Seele in der englischen Kulturlandschaft genese. Der Patron, ein Starautor mit kriminalistischer Eloquenz, lässt sich indes lieber von diversen Musen inspirieren, was die Gattin wohl ahnt, nicht aber so genau wissen will. Agonie einer Ehe, umzäunt von gegenseitigem Wohlwollen.
Tamara Drewes Auftauchen in diesem an Schrulligkeit kaum zu überbietenden Menschenpanoptikum - die junge Frau hat die benachbarte Farm geerbt - legt einen Flächenbrand in den Herzen der Männer von Evedown, der so schnell nicht zu löschen ist. Wenn ihre Endlosbeine in knappen Shorts aus dem grünen Klee emporwachsen und ihr Liebesgeseufze am helllichten Tag die Ziegel am Dach ins Rutschen bringen, lugt und lauscht ein ganzes Dorf. Ein aufgegabelter Rockstar - Dominic Cooper aus "Mamma Mia" - und ein gestählter Naturbursche - Luke Evans - buhlen um die schöne Maid. Und dann sind da noch zwei undurchsichtige Teenager-Gören, die ein Netz aus Intrigen auslegen, in dem sich bald alle zu verstricken drohen...
Sie gilt als eines der vielversprechendsten Talente Großbritanniens und besuchte die Royal Academy of Dramatic Art. Und noch immer ist die Bühne eine ihrer größten Versuchungen. Arterton: "Im Theater (Arterton arbeitete im Londoner Globe Theatre, Anm.) kehrt das Rollenspiel zu seinen Ursprüngen zurück. Das gesprochene Wort erlaubt keine Umkehr, ist unwiederbringlich dahingesagt so wie einst in den Amphitheatern der Antike. Die Kunst der Schauspielerei ist ein uraltes kulturgeschichtliches Erbe, dem ich mich mit Demut annähere."
Bond-Girl und Gangsterbraut
Ihr Spielfilmdebüt gab sie in "Die Girls von St. Trinian", 2008 überzeugte sie in Marc Forsters "Ein Quantum Trost" als Bond-Girl und auch Madonnas Ex Guy Ritchie holte die Aktrice für seine schräge Gangsterballade "Rock'n'Rolla". Zuletzt gab sie sich kämpferisch an der Seite von Jake Gyllenhaal in "Prince of Persia: Der Sand der Zeit" und in "Kampf der Titanen". Und die Titelrolle in "Tamara Drewe - Immer Drama um Tamara" - der Film lief beim Festival in Cannes außer Konkurrenz - macht sich ebenfalls sehr gut in ihrer Filmographie. Schließlich arbeitete Regisseur Stephen Frears Oscar-prämiert u.a. mit "Kalibern" wie Michelle Pfeiffer (in "Gefährliche Liebschaften" oder in "Chéri") und mit Helen Mirren (in "The Queen") zusammen.
von Christina Krisch, Kronen Zeitung
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