Jubel über Elfer-Tor

Hardcore-Fan stürmt das Feld und feiert mit Rooney

Fußball
25.11.2010 11:17
Wayne Rooney hat am Mittwochabend im Champions-League-Duell gegen die Glasgow Rangers mit einem Elfmetertor drei Minuten vor Schluss Manchester United drei Punkte gerettet. Der erste Gratulant ist aber nicht etwa ein Mitspieler gewesen, sondern ein Hardcore-Fan, der von den Rängen auf das Spielfeld stürmte und mit Rooney jubelte, ihn umarmte und mehrmals küsste. Weder der Schiedsrichter noch die Securityleute des Ibrox-Stadions haben eingegriffen...

Selbst Rooney schien in der Aufregung zunächst nicht zu bemerken, dass er sich von einem Fan feiern ließ, und die übrigen ManU-Stars nahmen den Zuschauer beim Jubel sogar in ihre Mitte. Die Fans haben Rooney also wieder gern. Noch vor wenigen Wochen erhielt der 25-Jährige zahlreiche Morddrohungen, weil er angeblich den Verein in Richtung Stadtrivale Manchester City verlassen wollte.

Mehr Bilder von Rooneys Hardecore-Fan gibt's in der Infobox!

ManU hat mit diesem Sieg zwar den Achtelfinal-Aufstieg, aber noch nicht den Gruppensieg in der Tasche. Die "Red Devils" führen in Pool C weiter drei Punkte vor Valencia, das im Mestalla gegen Bursaspor (Turgay Bahadir spielte durch) einen 6:1-Kantersieg landete und ebenfalls in die Runde der letzten 16 einzog.

Österreicher-Klubs ohne Aufstiegschancen
Für die Austro-Legionärsklubs Twente Enschede und Werder Bremen ist die Chance auf den Aufstieg ins Achtelfinale dahin. Der niederländische Meister verlor in der vorletzten Runde der Gruppe A mit Marc Janko auswärts gegen Inter Mailand 0:1, die Bremer waren mit Sebastian Prödl beim 0:3 in London gegen Tottenham Hotspur chancenlos. Twente darf sich immerhin mit dem Umstieg in die Europa League trösten, weil den Niederländern der dritte Platz nicht mehr zu nehmen ist. Für die krisengeschüttelten Deutschen hingegen heißt es im Winter Abschied nehmen vom Europacup.

Janko mit mehreren Chancen
Viel fehlte nicht, und Twente hätte die Entscheidung zumindest auf die letzte Runde in zwei Wochen vertagt. Zwar dominierte Inter die Anfangsphase klar und hatte durch Sneijder (17./Freistoß an die Latte), Pandew (23.) und Eto'o (25.) gute Chancen, mit Fortdauer der Partie wurde jedoch die Unsicherheit im Lager des in der Liga schwächelnden Titelverteidigers sichtbar. Twente wurde immer gefährlicher. In der 42. Minute fiel dem ÖFB-Teamkapitän der Ball im Strafraum vor die Füße, beim Schuss wurde er jedoch von einem Gegenspieler bedrängt, sodass der Ball deutlich über der Latte landete.

Endgültig in den Mittelpunkt rückte Janko in der 55. Minute. Zunächst gab es nach einer Attacke des Ex-Salzburgers an Sneijder Freistoß für Inter. Die Standard-Situation wurde vom niederländischen Star schlecht ausgeführt, doch der unplatzierte Schuss fand über Jankos Schienbein den Weg zu Cambiasso, der zum 1:0 traf. Janko wurde in der 70. Minute ausgetauscht, sein Ersatzmann Landzaat vergab in der 75. Minute die beste Twente-Möglichkeit, als er an der Latte scheiterte.

Werder bereits nach sechs Minuten zurück
Nicht besser als Janko in Mailand erging es Prödl in London. Für die stark ersatzgeschwächten Bremer - so fehlte etwa der verletzte Marko Arnautovic - begann die Auswärtspartie gegen Tottenham denkbar schlecht, denn Kaboul brachte die Gastgeber bereits in der 6. Minute in Front. 

Die Vorentscheidung fiel kurz vor der Pause, als Modric mit einer Körperdrehung Prödl versetzte und auf 2:0 erhöhte. Die zweite Hälfte stand für Werder im Zeichen der Schadensbegrenzung, die auch deswegen gelang, weil Spurs-Star Bale nach Prödl-Foul einen Freistoß an die Latte schlenzte (51.) und mit einem Elfer an Wiese scheiterte (54.). Nur nach einem Crouch-Treffer (79.) mussten die Schaaf-Kicker den Ball noch einmal aus dem Netz fischen.

Stinkefinger für Messi
So wie Tottenham und Inter buchte auch der FC Barcelona das Achtelfinal-Ticket. Die Katalanen gaben sich fünf Tage vor "El Clasico" gegen Real Madrid beim 3:0 gegen Panathinaikos keine Blöße. Pedro (27., 69.) und Lionel Messi (62.) trafen für die Katalanen, denen Platz eins in Gruppe D nicht mehr zu nehmen ist, weil der FC Kopenhagen in Kasan durch einen Hand-Elfer von Noboa (45.) 0:1 verlor. So wie Rooney war übrigens auch Messi Ziel eines übermotivierten Fans. In Messis Fall war es aber kein Jubel, sondern ein Stinkefinger, der ihm gezeigt wurde.

Dies gelang auch dem FC Schalke 04 in Gruppe B, weil die "Königsblauen" in Gelsenkirchen gegen Olympique Lyon 3:0 gewannen. Aufgrund des überraschenden 0:3 von Benfica in Tel Aviv gegen Salzburg-Bezwinger Hapoel sind auch die Franzosen durch.

Ergebnisse
Gruppe A
Tottenham Hotspur - Werder Bremen 3:0 (2:0)
Inter Mailand - Twente Enschede 1:0 (0:0)
Gruppe B
Schalke 04 - Olympique Lyon 3:0 (2:0)
Hapoel Tel Aviv - Benfica Lissabon 3:0 (1:0)
Gruppe C
Glasgow Rangers - Manchester United 0:1 (0:0)
Valencia - Bursaspor 6:1 (4:0)
Gruppe D
Rubin Kasan - FC Kopenhagen 1:0 (1:0)
Panathinaikos Athen - FC Barcelona 0:3 (0:1)

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