14.01.2021 12:30 |

Steirischer Regisseur

„Die Lage ist absurd, aber ich bin hoffnungsvoll“

Auch ohne Regiestudium hat sich Lukas Wachernig zu einem der großen Theatertalente der Steiermark entwickelt. Derzeit probt er in München für eine Premiere, von der er keine Ahnung hat, wann sie stattfinden wird. Dennoch bleibt er optimistisch und hat ambitionierte Pläne für die Wandelbühne in seiner Heimat St. Lambrecht.

Die Karriere des Lukas Wachernig beginnt im Alter von 14 Jahren mit einem Zufall: „Ich wurde gefragt, ob ich bei einer Operettenproduktion in Murau im Chor mitsingen will und die Begeisterung fürs Theater hat mich sofort gepackt“, erinnert sich der St. Lambrechter.

Hinter der Bühne arbeiten
Doch ihn zieht es nicht - wie viele andere - auf die Bühne, sondern dahinter: „Mich hat von Anfang an interessiert, wie man mit Fantasie, Kostümen, Bühne und einem Text neue Welten erschaffen und das Publikum aus ihrem Alltag entreißen kann“, sagt er.

Bereits in der Schulzeit bemüht er sich um Stellen als Regiehospitant, macht erste Erfahrungen bei der styriarte und im Grazer Schauspielhaus: „Ich hab dann auch ein Studium der Theaterwissenschaften begonnen, aber mir wurde schnell klar, dass das zu theoretisch für mich ist.“

Durchstarten in München
Als Regieassistent kommt er ans Gärtnerplatztheater in München, wo er 2017 auch seine erste eigene Regiearbeit umsetzen kann. Es sollten viele weitere folgen - zuletzt etwa die Operette „Der Vetter aus Dingsda“: „Wegen Corona konnte die Premiere nur online stattfinden. Das war zwar komisch, bedeutete aber auch, dass innerhalb von nur 72 Stunden 8000 Zuseher meine Arbeit gesehen haben“, resümiert er.

Und seine Inszenierung kam gut an und wurde nicht nur mit überschwänglichen Kritiken, sondern auch mit einem Regiepreis bedacht.

Aktuell probt er in München bereits an seinem nächsten Stück: „Es ist absurd, weil wir keine Ahnung haben, wann wir das alles überhaupt zeigen können, aber ich versuche hoffnungsvoll zu bleiben“, sagt er.

Wandelbühne in der Heimat
Mit großer Hoffnung geht er auch in die Arbeit für die Wandelbühne in seiner Heimat St. Lambrecht: „Das Theatercamp für Kinder und Erwachsene ist innerhalb weniger Jahre zu einem echten Erfolg geworden“, freut er sich - auch wenn im Vorjahr alle Kurse online stattfinden mussten und am Ende statt einem Theaterstück ein Film präsentiert wurde.

„Wir wollen das künstlerische Potenzial der Region fördern“, erklärt er sein Engagement. Deshalb plant man nun - neben der heurigen Produktion von „Peter Pan“ - auch, das Kursangebot auf das ganze Jahr auszudehnen. Wann diese Workshops wieder im realen Raum stattfinden werden können, weiß er zwar nicht, aber er weiß eines: „Meine Leidenschaft für das Theater möchte ich auf alle Fälle weitergeben - in welcher Form auch immer.“

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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