Finanzloch 8 Mio. Euro

Die Hintergründe zum „Muttereralm-Deal“

Tirol
10.01.2021 11:15

Der „Tiroler Krone“ wurden Unterlagen zugespielt, die die wahre Situation auf dem Skiberg Muttereralm zeigen. Das Finanzloch beträgt acht Millionen Euro. Die Schulden drohen den Eigentümern - Mutters, Götzens und TVB Innsbruck - über den Kopf zu wachsen. 

Warum wollen die Gemeinden Mutters und Götzens und Miteigentümer Tourismusverband Innsbruck ihren „Hausberg“ Muttereralm so schnell wie möglich loswerden? Der „Krone“ liegt nun jene Präsentation vor, die den Entscheidungsträgern, also Gemeinden und TVB, gezeigt wurde, um eine Mehrheit für den Verkauf zu erreichen – was dann auch gelungen ist. 

Düsteres Bild
Wie erwartet wird ein äußerst düsteres Bild gezeichnet, was die finanzielle Situation betrifft – trotz mehrerer Entschuldungsrunden durch die bisherigen Eigentümer, zuletzt 2011 und 2015. Und wieder hat sich ein gewaltiger Schuldenberg aufgetürmt, die heurige coronabedingte Defizit-Saison noch gar nicht eingerechnet.

Kumulierter Verlust
Wie aus den Unterlagen hervorgeht, beläuft sich der kumulierte Bilanzverlust auf 8,3 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten auf rund 7,5 Millionen Euro. Im Verkaufsvertrag ist festgehalten, dass die Muttereralm-Bergbahnen ein weiteres Mal entschuldet bzw. am 1. Mai mit einer Nettoverschuldung von 1,5 Millionen Euro übergeben werden.

Hohe Kosten für Erhalt und Modernisierung
Der Gewinn bzw. Verlust der Wintersaison wird von den Verkäufern, also dem Dreiergespann TVB und Gemeinden, getragen. Dafür dürfen sie sich etwas wünschen: Der Götzner Lift (Nockspitzbahn) soll erhalten, bis Ende 2022 alle Mitarbeiter übernommen werden. Sollte der neue Eigentümer jemand kündigen, wären 10.000 Euro Strafe pro Person zu bezahlen.

Die Details: 
Weitere Einzelheiten aus den Verkaufsbedingungen: Eine Erhaltungspflicht für den Bikepark Innsbruck; Entgelte für Dienstbarkeiten werden bis zum Bau der Verbindung in die Lizum auf 100.000 € festgesetzt, maximale Dauer fünf Jahre; Das Entgelt für Wasserbezug (Beschneiung) wird mit 25.000 Euro festgesetzt; Das Skigebiet muss weiter im bestehenden Kartenverbund bleiben. 

Ob die derzeitigen Eigentümer mit dem Verkauf alle ihre Sorgen los sind, ist noch nicht klar!

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