Religionsabmeldung

Mikl-Leitner fordert Ethikunterricht statt Freistunde

Niederösterreich
18.11.2010 14:53
Weil sich insbesondere in der Oberstufe immer mehr Schüler vom Fach Religion abmelden würden, fordert Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (VP) anstelle der daraus resultierenden Freistunde einen verpflichtenden Ethikunterricht. Sie erwarte diesbezüglich auch die Unterstützung der Kirche, die unter anderem den Religionsunterricht "attraktiver" machen müsse.

Für Mikl-Leitner hat der moderne Religionsunterricht "eine ganz wichtige Aufgabe", weil er wie kein anderes Schulfach "Werte und Orientierung" vermittle. "Religion" helfe, sich bewusst für den Glauben zu entscheiden und damit der Gefahr religiöser Gleichgültigkeit zu entgehen. Dass sich immer Schüler von dem Fach abmelden würden, halte sie für eine "gefährliche gesellschaftspolitische Entwicklung, zumal die Jugendlichen in einer schnelllebigen, globalisierten und multikulturellen Gesellschaft immer schwerer Orientierung und Sinn finden".

Kirche soll "Religion" als Fach attraktiver gestalten
Ethikunterricht gebe es versuchsweise an bereits etwa 200 Schulstandorten in Österreich und werde von Eltern, Schülern sowie Lehrern durchwegs als positiv angesehen, so Mikl-Leitner weiter. Die Kirche wiederum sieht die Landesrätin gefordert, "Religion" als Fach "attraktiver zu gestalten", Kinder und Jugendliche zur Teilnahme zu motivieren, "sich aber auch als Fürsprecher des Ethikunterrichts bei Nichtteilnahme am Religionsunterricht zu betätigen".

Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit kamen damit kritische Töne aus der Volkspartei: Erst am Mittwoch hatte Landtagspräsident Hans Penz die Kritik der österreichischen Bischofskonferenz am Budget zwar als in Teilen verständlich bezeichnet, sie im Gegenzug aber dazu aufgefordert, zu "schauen, wie es im eigenen Bereich aussieht": Konkret kritisierte er nicht ausreichende Absetzbeträge für kinderreiche Familien beim Kirchenbeitrag.

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