„Kommt nicht!“

Trotz Corona-Lockdown: Deutsche stürmen Skigebiete

Ausland
03.01.2021 14:01

Trotz besorgniserregend hoher Zahlen an Corona-Neuinfektionen - am Sonntag wurden 10.315 neue Erkrankungen und 312 Todesfälle verzeichnet - und neuerlichen Lockdowns strömen deutsche Tagestouristen in die verschneiten Ski- und Rodelgebiete im Harz (Sachsen-Anhalt) und im Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Die Parkplätze seien schon mittags voll, der Verkehr staue sich kilometerweit. Die örtliche Polizei appelliert: „Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete.“

Obwohl Behörden wiederholt darum baten, Menschenansammlungen zu vermeiden, bildeten sich in den verschneiten Ortschaften im deutschen Harz und im Sauerland am Wochenende lange Autoschlangen und Staus. Die Parkplätze füllten sich rasch, schon bald war kein Stellplatz mehr frei.

(Bild: ruptly.tv)
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Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Fahrzeuge stauen sich die Straße zum Kahlen Asten hinauf. Bereits am vergangenen Sonntag war es zu langen Staus, Unfällen und Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Stadt bat Anreisende, wieder umzukehren. (Bild: APA/dpa/Bernd Thissen)
Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Fahrzeuge stauen sich die Straße zum Kahlen Asten hinauf. Bereits am vergangenen Sonntag war es zu langen Staus, Unfällen und Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Stadt bat Anreisende, wieder umzukehren.

Die örtliche Polizei appellierte auf Twitter: „Die Skigebiete im Kreisgebiet laufen voll. Der Verkehr staut sich kilometerweit! Die Parkmöglichkeiten sind ausgeschöpft! Unser Appell: Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete. Es ist nicht die richtige Zeit für Menschenansammlungen!“

Wir haben hier Chaos hoch drei“
„Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen“, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar zum „General-Anzeiger“. „Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegen geblieben. Es ist zu viel los.“ Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich dicht an dicht viele Menschen - ohne Masken. Auch auf Wanderwegen ergab sich ein ähnliches Bild.

Video: Ansturm auf die Pisten im Harz und im Sauerland

Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Jänner geschlossen. Auch haben weder Verpflegungsstationen noch Toiletten geöffnet. Rettungskräfte sind ebenfalls nicht vor Ort.

Die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis und Stadt Winterberg hat am Samstag eine Pressemitteilung veröffentlicht: „Seit dem 30.12.2020 gilt im Stadtgebiet Winterberg für bestimmte Bereiche eine erweiterte Maskenpflicht. In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung festgestellt und gegen die Personen wurden auch Anzeigen geschrieben.“

Reiterstaffel unterstützte Kontrollen
„Über den heutigen Tag verteilt wurden durch Tagestouristen alle Skigebiete im Hochsauerlandkreis angefahren und letztlich überlaufen, sodass in den Städten Sundern und Schmallenberg die Skigebiete oder die Zufahrten zu den Skigebieten gesperrt wurden“, so die Polizei. Man habe Hauptzufahrtswege gesperrt und sei von auswärtigen Kräften sowie einer Reiterstaffel unterstützt worden.

Polizei bespuckt
176 Verstöße gegen die Maskenpflicht und 94 Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen wurden festgestellt, auch zwei Strafanzeigen wurden geschrieben: Ein Ausflügler wollte Polizisten bespucken, ein anderer beleidigte die Beamten. Am Sonntag ist die Polizei im Landkreis verstärkt im Einsatz.

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