10.01.2021 06:01 |

Geladen und gesichert

SanDisk iXpand Wireless Charger Sync im Test

Obwohl wir inzwischen nahezu alle Momente unseres Lebens mit dem Smartphone festhalten und dokumentieren, vergessen nach wie vor viele Nutzer auf eine regelmäßige Sicherung der darauf gespeicherten Daten. Mit dem „iXpand Wireless Charger Sync“ hat SanDisk jetzt ein praktisches 2-in-1-Gerät im Angebot, dass Fotos und Videos nicht nur automatisch sichert, sondern dabei zugleich auch das Smartphone auflädt.

Voraussetzung dafür allerdings ist, dass das Smartphone den Qi-Standard für kabelloses Laden unterstützt. Dann genügt es, dieses einfach auf die weiße Ladeschale zu legen, damit es induktiv mit einer Leistung von zehn Watt aufgeladen werden kann. Das funktioniert laut SanDisk selbst mit bis zu drei Millimetern dicken Handyhüllen aus Kunststoff. Die Suche nach dem passenden Netzteil entfällt bei dieser Form des Ladens jedenfalls ebenso wie etwaige Frickeleien mit dem USB-Stecker. Der Nachteil: Das Laden dauert länger, weshalb der Hersteller auch empfiehlt, das Smartphone über Nacht zu laden. In unmittelbarer Nähe auf dem Nachtkasterl könnte dann allerdings die lila blinkende Status-LED den Schlaf stören.

Der Hauptzweck des iXpand Wireless Charger Sync besteht aber eigentlich darin, die auf dem Smartphone gespeicherten Daten zu zu sichern. Das funktioniert übrigens über die dazugehörige App mit jedem iOS- oder Android-Smartphone, also unabhängig davon, ob es sich per Qi-Standard kabellos laden lässt oder nicht. An Speicherplatz zur Verfügung stehen wahlweise 128 oder 256 Gigabyte, wobei angesichts der stetig steigenden Datenmengen der Griff zur größeren Variante ratsamer erscheint. Erwartungsgemäß schlägt sich dies allerdings im Preis nieder: Werden für die kleinere Variante rund 97 Euro fällig, so sind es für den doppelt so großen SSD-Speicher rund 140 Euro.

Im Vergleich zu gängigen Speichermedien wie USB-Sticks oder microSD-Karten ist das durchaus teuer. So gibt es beispielsweise 256 Gigabyte Speicherkapazität auf einer microSD-Karte bei SanDisk, abhängig von der Schreib- und Lesegeschwindigkeit, schon ab rund 40 Euro. In der Regel etwas teurer sind die sogenannten Dual-USB-Sticks, die über zwei verschiedene USB-Ports zum Anschluss an Smartphone und PC bzw. Notebook verfügen. Nachteil beider Lösungen ist: Die Daten müssen nach wie vor manuell gesichert werden.

Einfach in der Nutzung
Die große Stärke des iXpand Wireless Charger Sync liegt dann auch in seiner einfachen Bedienung. Einmal angeschlossen, genügt es, das Gerät über die App mit demselben WLAN wie das Smartphone zu verbinden (unterstützt werden nur 2,4-Ghz-Netzwerke) und schon werden automatisch Fotos, Videos sowie auf dem Smartphone gespeicherte Kontakte gesichert. Wie schnell die erste Sicherung dauert, ist dabei maßgeblich von der Geschwindigkeit des WLAN-Netzwerks abhängig. Die Daten lassen sich anschließend nach Monaten bzw. alphabetisch sortiert anzeigen (siehe Screenshot) und mit nur einem Klick bzw. Touch wiederherstellen.

Privates Konto für mehr Sicherheit
Um unautorisierten drahtlosen Zugriff auf den Charger zu verhindern, wird bei der erstmaligen Einrichtung ein achtstelliger PIN erzeugt, der sich über die App mit anderen Nutzern teilen lässt, damit diese ebenfalls Daten darauf speichern können. Zusätzliche Sicherheit bietet die Einrichtung eines privaten, passwortgeschützten Kontos, in dem jede Datei laut SanDisk einzeln mit einem Code geschützt wird, wodurch die Datensicherung etwa doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Einrichtung dieses privaten Kontos setzt eine E-Mail-Registrierung voraus und ist leider nicht nachträglich über die Einstellungen der App möglich. In diesem Fall muss die App erst deinstalliert und wieder neu installiert werden.

Im Gegensatz zu den „normal“ gesicherten Dateien sind die Dateien des privaten Kontos dann auch beim Anschluss des iXpand per Micro-USB an PC oder Notebook nicht auslesbar. Um sie zu entschlüsseln, bedarf es der kostenlos herunterladbaren SanDisk-Software „PrivateAccess“, die direkt auf dem iXpand installiert bzw. ausgeführt werden muss, um anschließend über Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort die Daten entschlüsseln zu können. Wer das Gerät nicht nur stationär, sondern auch unterwegs als externes Speichermedium nutzen oder allgemein darauf eher sensible Daten speichern möchte, sollte diese daher besser von vorneherein über das private Konto sicher schützen und verschlüsseln.

Kaum Freiheiten
Negative Nebenwirkung der einfachen Zugänglichkeit beim Sichern der Daten über den iXpand Wireless Charger Sync: Um die Dinge nicht unnötig zu verkomplizieren, gibt SanDisk dem Nutzer nahezu keinerlei Einstellungsmöglichkeiten. Wünschenswert wäre etwa, gezielt einzelne Ordner dem automatischen Backup-Plan hinzufügen zu können. Dies ist allerdings nicht möglich, weshalb beispielsweise in unserem Test auf einem Android-Gerät sämtlich via WhatsApp erhaltenen Fotos von der Sicherung nicht erfasst wurden, da sie eben in einem eigenen WhatsApp- und nicht im offiziellen Fotos-Ordner landen. Das Problem ließe sich durch Verschieben der entsprechenden Dateien einfach beheben, allerdings bedarf es dafür eben eines proaktiven Eingriffs durch den Nutzer - und die Gefahr, dass dieser vergessen wird und damit letztlich Daten verloren gehen, ist groß.

Fazit: SanDisk bietet mit dem iXpand Wireless Charger Sync eine besonders einfache und unkomplizierte Lösung zur Sicherung der auf dem Smartphone gespeicherten Daten, und ermöglicht dabei zugleich, dieses bequem kabellos aufzuladen. Wer sein Smartphone ganz klassisch lädt, findet allerdings - auch bei SanDisk - deutlich billigere, wenn auch in der Handhabung weniger komfortable, weil „manuelle“ Alternativen zur Datensicherung vom Smartphone, etwa in Form des iXpand-USB-Sticks. Größter Kritikpunkt ist für uns allerdings die Einschränkung bei der Sicherung auf Fotos, Videos und Kontakte. Wir würden uns wünschen, auch andere Ordner bzw. Verzeichnisse zur automatischen Sicherung hinzufügen zu können. Per App-Update sollte sich dieses Feature eigentlich leicht nachrüsten lassen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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