07.12.2020 08:04 |

Polizei und FMA warnen

Geldwäscher suchen im Web verstärkt „Money Mules“

Das Bundeskriminalamt und die Finanzmarktaufsicht warnen vor professionellen Geldwäschern: Jobsuchende würden gerade jetzt in der Corona-Krise verstärkt unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als Finanzagenten angeworben und über ihre Bankkonten dann Gelder krimineller Herkunft transferiert, die dadurch „gewaschen“ würden. Dabei mache sich auch der Finanzagent strafbar, betonten BK und FMA.

Die Geldwäscher köderten Menschen auf der Suche nach Jobs oder Nebenbeschäftigungen im Internet und oft mittels Spammails mit vorgeblich guten Verdienstmöglichkeiten und falschen Arbeitsverträgen. Sie müssten als „Junior-Trader“ in Kryptowährungen auf ihrem Konto eingelangte Gelder abzüglich einer Provision von rund fünf Prozent in verschiedene Kryptowährungen, meist Bitcoins, wechseln oder sie direkt weiter transferieren, hieß es. Solche Finanzagenten werden daher „Money Mules“ - Geldtransportesel - genannt.

Die Erklärungen der Täter über die Herkunft der Gelder variieren und werden an aktuelle Geschehnisse angepasst. In Wirklichkeit, so BK und FMA, stammen sie aus Straftaten von Drogenhandel über Betrug bis hin zu Steuervergehen. Mit den von den Angeworbenen mitgesendeten Legitimationsdokumenten eröffneten die Kriminellen ohne deren Wissen weitere kriminelle Geldwäsche-Konten.

„Finanzagenten“ drohen hohe Haft- und Geldstrafen
Das Weiterüberweisen von Geld unbekannter Herkunft habe mit seriösem Trading nichts zu tun, betonten die Behörden und warnten: „Personen, die auf derartige Arbeitsangebote eingehen und Gelder weiterüberweisen oder in andere Währungen umtauschen, sind als ‘Finanzagenten‘ strafbar.“ Sie können wegen Geldwäscherei mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe oder wegen finanzmarktrechtlicher Verwaltungsübertretung mit bis zu 60.000 Euro bestraft werden.

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