02.12.2020 08:13 |

Sinnvoll?

Zehn Jahre Fußfessel: Experten wollen Ausweitung

Vor zehn Jahren führte das Justizministerium den elektronisch überwachten Hausarrest ein. Experten sind von dieser Form des Vollzugs überzeugt und befürworten die Ausweitung.

Salzburg, 15. 9. 2010: ein einschneidender Tag für den Strafvollzug in Österreich. Damals bekam der erste Häftling im Land eine Fußfessel angelegt. Große Skepsis herrschte damals, ob sich diese Vollzugsform in Österreich bewähren würde. Bis zum Ende des Jahres lagen schon weitere 75 Anträge im Justizministerium und warteten auf Genehmigung.

Nun, zehn Jahre später, hat sich diese Zahl sogar vervierfacht. Für Susanne Pekler vom Verein Neustart, der unter anderem Fußfesselträger betreut, ein klares Zeichen: „Es ist eine Erfolgsgeschichte!“

Häftlinge kosten nicht, sondern zahlen ein
Natürlich ist nicht jeder Häftling dafür geeignet, der Verein Neustart erstellt deswegen auch ein ausführliches Profil des Antragstellers. Es gilt: In Frage kommen Insassen mit einer zu verbüßenden oder verbleibenden Haftzeit von zwölf Monaten. Hinzu kommt eine Unterkunft, die Familie muss mit der Fußfessel einverstanden sein, und der Träger braucht einen Job. Denn er soll ja, wie jeder andere Steuerzahler, etwas beitragen. Ein weiterer positiver Effekt: Kostet ein durchschnittlicher Hafttag den Steuerzahler ca. 120 Euro, so zahlen Fußfesselträger sogar ins System ein (siehe Grafik rechts).

Ausweitung auf 24 Monate?
Die positiven Effekte liegen für Pekler klar auf der Hand: „Durch den elektronisch überwachten Hausarrest können familiäre Strukturen aufrecht erhalten, der Job gesichert werden. Dafür ist Disziplin notwendig.“ Nicht alle halten durch, die Abbruchrate ist mit rund zehn Prozent aber gering. Die Hauptgründe: Verlust des Arbeitsplatzes, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Die angedachte Ausweitung der Fußfessel auf eine Strafe bzw. Reststrafe von 24 Monaten Haft begrüßt Pekler: „Die positiven Erfahrungen sprechen dafür.“

Monika Krisper
Monika Krisper
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