Beide Leichen - die des 24-jährigen Jedrzej C. sowie die des 25 Jahre alten Jan T., ein Sohn des 53- jährigen verunglückten Manfred T. - wurden im Gebiet des Lammereises in 2.600 Metern Höhe auf Kärntner Seite des Großglockners entdeckt. In unmittelbarer Nähe voneinander, wie Bergretter sagen.
Am Vormittag war es zudem gelungen, die Leiche des vermutlich erfrorenen 53-Jährigen, die am Sonntag entdeckt worden war, auszufliegen. 30 Bergretter, zwei Ärzte sowie acht Alpinpolizisten standen am Mittwoch im Einsatz.
Hohe Lawinengefahr im Einsatzgebiet
Bei der Suche nach den vermissten Alpinisten waren die Bergretter am Mittwoch mit hoher Lawinengefahr konfrontiert. Es bestand nach wie vor die Warnstufe "4". In dem Gebiet hatte es mehr als einen halben Meter Neuschnee verbunden mit Schneeverwehungen gegeben. Nach den wolkenverhangenen Tagen gab es am Mittwoch strahlenden Sonnenschein und ein tief verschneites Bergpanorama.
Der Einsatz einer Handypeilung, auf die die Bergretter gehofft hatten, war am Mittwoch unmöglich. Seit Dienstagabend gab es kein Signal zu dem Mobiltelefon eines Bergsteigers mehr, berichteten Bergretter. Vermutlich dürfte der Akku des Gerätes leer gewesen sein.
Zweiter Sohn und Freund überlebten
Die aus der Hohen Tatra stammende Gruppe war am Samstag zu Österreichs höchstem Berg aufgestiegen. Die laut Bergrettern gut ausgerüsteten Bergsteiger, die über Alpinerfahrung verfügten, gingen in einer Zweier- und einer Dreierseilschaft. Während der 21-jährige Adam T., der jüngere Sohn des verunglückten 53-Jährigen, und sein 22-jähriger Freund Michail S. bis zum Gipfel kamen und auch wieder absteigen konnten, geriet die Dreierseilschaft in Schwierigkeiten.
Erst als die Zweierseilschaft am Sonntag in der unterhalb der Adlersruhe gelegenen Stuedlhütte nicht wie verabredet auf die Dreiergruppe traf, schlugen die jungen Polen Alarm und setzten die Rettungskette in Gang.
"Ermittlungen sind erst am Anfang"
Zunächst wurde am Sonntag der 53-Jährige tot gefunden, drei Tage später die beiden Vermissten am sogenannten Lammereis östlich der Pallavicinirinne, eigentlich eine unbegehbare Route. Was die beiden Freunde so weit von der Route abgetrieben habe, könne derzeit nicht gesagt werden.
"Die polizeilichen Ermittlungen sind erst am Anfang", erklärte der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe, Franz Franzeskon, der an der nächtlichen Bergung der Leiche des 53-Jährigen beteiligt war. Für alle drei Opfer wurde eine Obduktion angeordnet, um Todesursache und -zeitpunkt zu klären.
SMS an Mutter geschickt
Am Sonntag hatte einer der Vermissten - der 24-jährige Pole - per SMS seiner Mutter berichtet, dass er sich den Fuß gebrochen habe und dass es ihm "schlecht" gehe. Jetzt müsse geklärt werden, ob die Beinverletzung tatsächlich so schwer gewesen sei wie zunächst angenommen. Immerhin habe er noch rund 1.000 Höhenmeter zurückgelegt. In diesem Zusammenhang seien auch im Ausland umfangreiche polizeiliche Erhebungen durchgeführt worden - unter anderem, um die Umstände und die Verhältnisse innerhalb der Gruppe zu verstehen.
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