21.11.2020 11:48 |

Am Weg zum Attentat?

Terror in Wien: Video zeigt Mann mit Sturmgewehr

Neue Details rund um den Terroranschlag am 2. November in Wien: So wurde Ermittlern ein Video zugespielt, in dem verdächtige Szenen zu sehen sind: Ein Mann sitzt als Beifahrer in einem Auto, zwischen seinen Beinen hält er ein Sturmgewehr - ein baugleiches Modell dürfte der Attentäter verwendet haben.

Bis heute ist nicht klar, wie der Attentäter mit Sturmgewehr, Machete, Pistole und Sprengstoffgürtel-Attrappe in die Innenstadt gelangte. Das Video könnte jedoch Licht ins Dunkel bringen. Noch am Abend des 2. Novembers waren die Aufnahmen der Polizei übermittelt worden, berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Das Video dauert nicht einmal zehn Sekunden lang - die Bilder, die zu sehen sind, könnten die Ermittler aber dennoch weiterbringen.

So ist eine nächtliche Autofahrt wahrzunehmen, im Hintergrund läuft der albanische Rapsong „AK47“ von Nush. Bei dem Auto handelt es sich vermutlich um einen BMW. Der Beifahrer ist mit einem Sturmgewehr zu sehen. Wie im Ermittlungsakt festgehalten wurde, soll es sich bei der Waffe um eine „vermutlich baugleiche ZASTAVA M70“ handeln, wie sie der Attentäter am 2. November in der Wiener Innenstadt verwendet hatte.

21-Jähriger unter Verdacht
Das Video war in zwei WhatsApp-Gruppen gepostet worden. Eines der Gruppenmitglieder war in den Wochen vor der Tat mit dem Attentäter in Kontakt. Auf den 21-Jährigen sei zudem ein schwarzer BMW 320i zugelassen. Laut „profil“ bestehe daher der Verdacht, dass der 21-Jährige der Autolenker in dem Video ist.

Der Übermittler des Videos wurde jedenfalls noch am Abend des 2. November befragt. Er soll - gemeinsam mit fünf weiteren Jugendlichen - den Attentäter „kurz vor dem Anschlag zweimal im Bereich Seitenstettengasse“ gesehen haben.

Attentäter wollte Personalausweis beantragen
Zudem gibt es neue Informationen zur Vorgeschichte des 20-jährigen Attentäters: So soll Kujtim F. laut dem Bericht nach seiner bedingten Haftentlassung im Dezember 2019 mindestens einmal vom Verfassungsschutz einvernommen und zu Personen aus der Szene befragt worden sein.

Wie von der Landespolizeidirektion Wien bestätigt wurde, wurde im Jänner 2020 „eine Gefährderansprache durchgeführt“. Im Februar wurde dem späteren Attentäter der Reisepass entzogen. Wie die MA 62 bestätigt, wollte sich der 20-Jährige zudem einen Personalausweis ausstellen lassen. Der Sachbearbeiter habe aber im Register gesehen, dass er wegen Terrorismus vorbestraft sei und verwehrte ihm daraufhin die Ausstellung. Zudem habe er den Einzug des Reisedokuments veranlasst.

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