Kunden zittern um Geld

Immo-Plattform Rendity stellt jetzt Betrieb ein

Wirtschaft
16.02.2026 16:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Was sich für viele Anleger seit Monaten abgezeichnet hatte, ist nun offiziell: Die Wiener Immobilien-Investmentplattform Rendity stellt ihren Betrieb endgültig ein. In einem aktuellen Schreiben an Investoren informiert das Unternehmen offen über die Stilllegung und den laufenden Abwicklungsprozess – und empfiehlt Anlegern, rasch zu handeln.

Als Grund nennt das Unternehmen die schwierige Lage am Immobilienmarkt. Stark gestiegene Zinsen, höhere Baukosten und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit hätten dazu geführt, dass viele Bau- und Immobilienprojekte ins Stocken geraten sind. Manche Projektbetreiber konnten ihre Kredite nicht mehr bedienen, in mehreren Fällen kam es zu Insolvenzen. Unter diesen Bedingungen sei es für Rendity nicht mehr möglich gewesen, die Plattform wirtschaftlich weiterzuführen.

Behörden schon über Schließung informiert
Rendity informiert, dass die Behörden über die Schließung verständigt wurden und die nötigen Berechtigungen zurückgelegt sind. Die Internetplattform bleibt aber noch länger online – voraussichtlich mindestens bis 31. Mai 2026.

Anleger können sich weiterhin einloggen, ihre Daten überprüfen und vorhandenes Geld auf ihr Bankkonto auszahlen lassen. Neue Einzahlungen sind nicht mehr möglich. Rendity empfiehlt, vorhandene Guthaben möglichst bald abzuziehen.

Wichtig für Anleger!
Wer über Rendity investiert hat, hat sein Geld nicht Rendity selbst geliehen, sondern direkt den jeweiligen Immobilienfirmen hinter den Projekten. Rendity war dabei nur die Vermittlungsplattform. Das bedeutet, dass Rückzahlungen und Zinsen – wenn sie erfolgen – direkt von diesen Projektfirmen kommen. Kommt es dort zu Verzögerungen oder zu einer Pleite, kann Rendity darauf nur begrenzt Einfluss nehmen.

Mehrere dieser Projektfirmen befinden sich laut Rendity derzeit in finanziellen Schwierigkeiten. Teilweise wurden bereits Konkursverfahren eröffnet. Gehen während der Abwicklung noch Zahlungen von Projektfirmen ein, sollen diese den Anlegern gutgeschrieben und ausbezahlt werden.

Geschäftsmodell wankt schon länger
Dass Rendity unter Druck geraten war, zeigte sich schon länger. Das 2015 gegründete Unternehmen vermittelte nach eigenen Angaben Investitionen von rund 37.000 Anlegerinnen und Anlegern in mehr als 220 Immobilienprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 157 Millionen Euro. Mit der Immobilienkrise geriet dieses Geschäftsmodell jedoch zunehmend ins Wanken.

Das Rendity-Team betont, dass man über Jahre versucht hat, zwischen Anlegern und Projektfirmen zu vermitteln und Lösungen zu finden. Die rechtlichen Möglichkeiten seien jedoch begrenzt gewesen. Am Ende blieb nur die Entscheidung, den Betrieb einzustellen und die Plattform geordnet abzuwickeln.

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