Bei erstem Lockdown

Attentäter war als Security in Wiener Spital tätig

Wien
16.11.2020 16:09

Der Attentäter, der am 2. November bei seinem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt vier Menschen erschossen hat, soll während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr in einem Wiener Spital als Security-Mitarbeiter gearbeitet haben. Das hat ein langjähriger Bekannter des Attentäters, der von der Staatsanwaltschaft Wien der Mittäterschaft verdächtigt wird, nach seiner Festnahme in einer Einvernahme bekannt gegeben. Dass Kujtim F. per Uber in die Innenstadt kam, wird von den Ermittlern übrigens mittlerweile so gut wie ausgeschlossen.

Laut dem Einvernahmeprotokoll, in das die APA Einsicht nehmen konnte, waren Kujtim F. sowie ein zweiter mutmaßlicher Salafist, der mittlerweile als möglicher Mittäter bzw. Mitwisser in U-Haft sitzt, im Frühjahr in dem Spital geringfügig als Sicherheitskräfte beschäftigt, wobei das Arbeitsverhältnis nicht mit dem Krankenhausträger, sondern direkt mit dem Sicherheitsunternehmen abgeschlossen worden sein dürfte.

Security-Dienst über WhatsApp organisiert
Der Security-Dienst wurde „tageweise über eine WhatsApp-Gruppe organisiert“, wie der Bekannte des Attentäters zu Protokoll gab, der F. seinerzeit zu dessen Gerichtsverhandlung begleitet hatte, in der der spätere Attentäter im April 2019 wegen terroristischer Vereinigung verurteilt wurde. Er selbst sei auch gefragt worden, „ob ich mir nebenbei beim Security-Dienst Geld dazuverdienen will“, habe das aber abgelehnt.

In diesem Gemeindebau wohnte der Attentäter. (Bild: Schiel Andreas)
In diesem Gemeindebau wohnte der Attentäter.

Haarwuchsmittel für mehr Bart
Terrorist F., der nach seiner bedingten Entlassung im Dezember 2019 einen auffallenden Bart trug, dürfte sich diesen mithilfe eines Haarwuchsmittels zugelegt haben. Als der Bekannte seine vergleichsweise spärliche Barttracht thematisierte, soll ihm F. ein Präparat empfohlen und in weiterer Folge auch überlassen haben.

Ausgeschlossen wird seitens der Ermittler, dass der 20-Jährige mit videoüberwachten öffentlichen Verkehrsmitteln, wie etwa der U-Bahn, von seiner Wohnung in die Innenstadt fuhr. Möglich jedoch ist, dass der Täter per Fahrtendienstanbieter Uber an den Tatort in der Innenstadt gelangt ist, wie aus der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Profil“ hervorgeht. 

Ermittler: Täter kam fast sicher nicht mit Uber
Zitiert wird dort aus dem Polizeiprotokoll der Terrornacht, in dem es heißt: „Uber-Fahrer hat sich gemeldet, dass er einen Mann geführt hat, der dem Täterbild entspricht.“ Das Ö1-„Mittagsjournal“ zitierte am Montag Polizeikreise, wonach dieser Hinweis jedenfalls geprüft werde.

Überprüfung abgeschlossen
Diesbezügliche Ermittlungsansätze seien mittlerweile überprüft worden, sagte Markus Dittrich, Sprecher der Landespolizeidirektion, am Montagnachmittag. Nunmehr würden die Ermittler diese Variante „fast völlig ausschließen“, sagte Dittrich.

Wie berichtet, hatten diverse Videos, die seitens der Bevölkerung zur Verfügung gestellt worden waren, vorerst keinerlei Erkenntnisse bezüglich dieser Frage geliefert. Ein möglicher Beitragstäter kam ebenso infrage wie eben Chauffeurdienste, wenn man davon ausgeht, dass der Attentäter nicht per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs war.

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