17.11.2020 10:37 |

Ransomware-Attacke

Lösegeld nicht bezahlt: Capcom-Geheimnisse im Netz

Der japanische Spielepublisher Capcom ist Opfer einer Ransomware-Attacke geworden - und hat den Erpressern offenbar kein Lösegeld gezahlt. Denn wie das Unternehmen in einer Mitteilung am Montag einräumte, wurden neben persönlichen Daten von rund 350.000 Personen auch Geschäftsgeheimnisse zu zukünftigen Spielen veröffentlicht.

Der Mitteilung zufolge waren am 2. November Auffälligkeiten im internen Netzwerk entdeckt worden, für die, wie man wenig später herausfand, eine Ransomware-Attacke verantwortlich zeichnete. Bei dem Angriff durch eine Gruppe namens Ragnar Locker seien Daten zerstört und verschlüsselt worden. Für deren Entschlüsselung hätten die Täter Geld verlangt, schreibt Capcom, ohne allerdings zu verraten, wie viel.

Daten von rund 350.000 Personen im Netz
Gezahlt haben dürfte der Spielepublisher aber ohnehin nicht, denn wie das Unternehmen weiter ausführt, wurden am 12. November Geschäftsgeheimnisse sowie persönliche Daten im Internet veröffentlicht. Diese stammen von neun konkreten Personen, betreffen laut Schätzungen von Capcom aber rund 350.000 Kunden, Mitarbeiter und andere Kontakte der Firma.

Demnach sollen unter anderem Informationen von Kunden des japanischen Help-Desks, Geburtstage und E-Mail-Adresse nordamerikanischer Nutzer des Capcom-Stores sowie Namen und Adressen früherer Mitarbeiter und deren Familien sowie von Bewerbern veröffentlicht worden sein. Kreditkartennummern oder andere Bezahlinformationen seien dagegen nicht betroffen, betonte Capcom. Diese Daten würden von einem externen Dienstleister verwaltet.

Auch Geschäftsgeheimnisse veröffentlicht
Prekärer dürfte ohnedies sein, dass neben den persönlichen Daten auch einige Geschäftsgeheimnisse an die Öffentlichkeit gelangten. So geht aus den gestohlenen Daten etwa hervor, dass Google für die Veröffentlichung von Capcoms Survival-Horror-Spielen „Resident Evil 7“ und „Resident Evil Village“ auf seinem Streamingdienst Stadia rund zehn Millionen US-Dollar gezahlt hat. Sony dagegen ließ sich den VR-Modus von „Resident Evil 7“ fünf Millionen Dollar kosten, wie golem.de berichtet. Den Daten ist demnach auch zu entnehmen, dass „Resident Evil Village“ im April 2021 veröffentlicht werden soll. 

Wie die Spielewebsite Polygon schreibt, sollen zudem auch drei bislang unbekannte Titel enthüllt worden sein: ein Spiel namens „Guillotine“, das im Februar zunächst für die Switch erscheinen soll, „Reiwa“, das für diverse Plattformen im Mai erscheinen soll, sowie ein Multiplayer-Shooter namens „Shield“. Darüber hinaus soll bereits eine „Ace Attorney“-Sammlung für PS4 und Switch in Arbeit sein, und „Monster Hunter Rise“ soll nach dem Start im März 2021 auf der Switch im Oktober dann auch auf dem PC erscheinen.

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