Sechs Jahre Haft

Grazer mit K.-o.-Tropfen betäubt: Slowake verurteilt

Steiermark
28.10.2010 14:25
Weil er einen Grazer Juristen mit K.-o.-Tropfen betäubt und anschließend beraubt haben soll, ist ein Slowake am Donnerstag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte das Opfer in einem Wiener Lokal kennengelernt und war mit ihm zusammen nach Graz gefahren. In der Wohnung des Juristen soll der Slowake ihn dann betäubt sowie Bargeld und Schmuck geraubt haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 29-jährige Angeklagte bestritt die Tat von Anfang an. Er habe den Juristen schon gekannt, als er ihn in Wien in einem Lokal getroffen habe. In dieser Bar habe der Grazer bis in der Früh gefeiert. Dann fuhr er mit dem Slowaken und dessen Cousin - nach dem nach wie vor gesucht wird - nach Graz, wo er die beiden noch in seine Wohnung einlud.

Tresor ausgeräumt
Dort soll der Beschuldigte dem Juristen ein Glas Wasser mit einem Betäubungsmittel darin verabreicht haben. Als der Mann in Tiefschlaf fiel, sollen die beiden Slowaken den Tresor ausgeräumt haben. "Als ich aufgewacht bin, war mir schlecht und schwindlig, ich konnte kaum stehen, so schwach war ich", schilderte das Opfer. Dann bemerkte er, dass er offenbar auch bestohlen worden war. "Die Wohnung ist aufgeräumt, alle Gläser abgewaschen, alle Fingerabdrücke beseitigt worden", schilderte Staatsanwältin Elisabeth Gasser. Nur auf der Unterseite einer Vase fand sich ein Fingerabdruck, der dem Beschuldigten zugeordnet werden konnte.

"Habe in meinem ganzen Leben noch nie für Sex bezahlt"
"Ich habe ihn vorher schon besucht", erklärte der Angeklagte. "Warum hätte ich das tun sollen, er hat sogar ein Testament für mich gemacht", meinte er. Der Jurist bestritt, eine homosexuelle Beziehung zu dem Angeklagten gehabt zu haben, er habe ihm lediglich ein paar Mal geholfen, "mit Benzingeld und so". Eine Gegenleistung habe er dafür nicht eingefordert: "Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie für Sex bezahlt", stellte er in aller Deutlichkeit klar. Der Schöffensenat glaubte seinen Darstellungen und verurteilte den Slowaken nicht rechtskräftig wegen Raubes zu sechs Jahren Haft.

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