Dreiste Betrüger

Statt Oldtimer ist Haller Pensionist nun 42.000 Euro los

Tirol
27.10.2010 09:27
Diesen Schaden muss man erst einmal verdauen. Ein Haller (88) ist in den vergangenen beiden Monaten auf einen Trick hereingefallen, den Internet-Gauner immer wieder anwenden. Statt seinen Oldtimer ist er nun 42.000 Euro los! Der Pensionist hatte einen ihm zugeschickten ungedeckten Scheck in mehreren Raten an die Betrüger zurücküberwiesen. Das Geld ist nun weg.

Über ein bekanntes deutsches Internetverkaufsportal wollte sich der Haller von seinem Oldtimer trennen. Rund 30.000 Euro erhoffte er sich, und schon bald nach dem Einstellen des Fahrzeuges im Internet meldete sich ein Interessent aus England. Er wolle das Auto unbedingt kaufen und schicke einen Scheck. Dieser traf tatsächlich ein paar Tage später ein - allerdings über 42.000 Euro. Der "Überling" sei für den Transporteur, der Haller möge doch so nett sein, den Scheck einzulösen und die Differenz an diesen zu schicken.

Der Pensionist ging zur Bank, ließ sich den Betrag auf seinem Konto gutschreiben und überwies die erste Tranche. "Da das Geld auf seinem Konto aufschien, glaubte der Betrogene, das Geld sei wirklich da", erklärt Marco Keplinger von der Haller Polizei. Doch in Wahrheit wird der Betrag von der Bank nur vorübergehend gutgeschrieben. Stellt sich heraus - und das dauert meist Tage bis Wochen -, dass der Scheck nicht gedeckt ist, wird das Geld wieder abgezogen.

Diese Vorgehensweise der Banken kennen die Betrüger und setzen darauf. "Platzt" der Scheck, ist es bereits zu spät. Das Geld wurde schon überwiesen und ist nicht mehr nachzuverfolgen, da es in irgendeiner Western-Union-Filiale unter falschem Namen behoben wurde.

"Betrüger sind kaum ausfindig zu machen"
Im Fall des Hallers waren die Betrüger besonders dreist. Sie ließen sich nicht nur den "Überling" ausbezahlen, sondern den gesamten Betrag. Der Käufer habe einen schweren Unfall gehabt und müsse nun unbedingt vom Kauf zurücktreten. Der Haller solle doch das Geld in mehreren Tranchen zurücküberweisen.

Der 88-Jährige transferierte insgesamt 42.000 Euro - als dann die Bank herausfand, dass der Scheck nicht gedeckt war, erfolgte das böse Erwachen. "Wir ermitteln zwar intensiv, doch aus Erfahrung wissen wir, dass das Geld und auch die Betrüger kaum ausfindig zu machen sind", erklärt Keplinger.

von Stefan Ruef, Tiroler Krone

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