Bundesheer-Vizeleutnant Peter P. stand im Gespräch mit der "Steirerkrone" noch immer unter Schock: "Wie ein Blitz aus heiterem Himmel ist der Rottweiler über den Zaun gesprungen und sofort auf meine Frau losgegangen. Zuerst hat er ihr in beide Unterarme und danach, als sie schon am Boden lag, auch noch in den Oberschenkel gebissen." Der 52-Jährige versuchte, seine Frau vor dem aggressiven Hund zu schützen: "Da hab ich einen Biss in den linken Unterarm abbekommen. Dann endlich ist der Besitzer gekommen."
Das Ehepaar wurde ins LKH Leoben gebracht. Während die 48-jährige Erika P. sofort operiert wurde, durfte ihr Mann das Spital bald wieder verlassen. "Aber ich war heute schon wieder beim Arzt. Meine Frau wird noch in stationärer Behandlung bleiben müssen", so Peter P. am Montag. "Meine Frau macht gerade eine Krankenschwester-Ausbildung. Jetzt kann sie einige Zeit nichts tun..."
"Werde ihn wohl einschläfern müssen"
Ratlos ist der Besitzer des betreffenden dreijährigen Rottweiler-Rüden und Obmann der örtlichen Hundeschule, der 56-jährige Alois R.: "Arko hat mit einem anderen Hund auf dem Platz gespielt. Ich weiß nicht, was los war, aber Rüden sind manchmal ein Problem. Ich werde ihn jetzt wohl einschläfern müssen. Vor ein paar Tagen hat er noch meine Frau gerettet, als sie einen epileptischen Anfall erlitt und hilflos auf dem Boden lag. Er hat mich sofort aufgeweckt!"
Bissopfer Peter P. zeigt Größe: "Der Hundebesitzer ist ein Arbeitskollege, den ich schon lange kenne. Ich will nicht, dass Arko eingeschläfert wird. Aber was ich will, ist, dass die Hundehalter die Vorschriften einhalten. Es gibt ja einen Leinenzwang und so weiter. Außerdem verstehe ich nicht, dass ein Abrichteplatz mit einem nur 1,20 Meter hohen Zaun gesichert wird." Und: "Mein Sohn will unbedingt einen Hund haben, aber seit Sonntagnachmittag bin ich strikt dagegen. Das ist für mich abgehakt!"
Experte wirft Besitzer "grobe Fahrlässigkeit" vor
Für "grob fahrlässig" hält Georg Sticha, der Leiter des 1. Österreichischen Problemhunde-Therapiezentrums in Langenzersdorf in Niederösterreich, das Verhalten der Hundebesitzers: "Ich kenne Herrn R., der - wie er mir selbst erzählte - psychisch krank ist. Möglicherweise war seine Wahrnehmung durch Medikamente eingeschränkt, daher hätte er seinen Hund nie unbeaufsichtigt auf einem Areal frei herumlaufen lassen dürfen, das nur mit einem 1,20 Zentimeter hohen Zaun gesichert ist."
Sticha über Arko: "Rottweiler vom selben Züchter waren schon bei mir. Die hatten alle ein erhöhtes Aggressionspotenzial. Meines Wissens gab es auch schon Probleme mit Arko, er wurde von Herrn R. vor einiger Zeit sogar schon weggegeben, weil er mit ihm nicht mehr zurechtgekommen ist."
von Peter Riedler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
Bild: Heinz Weeber









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