11.11.2020 15:00 |

Meister Salzburg

Entkommen aus dem Corona-Labyrinth

Die Gesundheitsbehörde hob die Quarantäne für die Fußball-Stars von Österreichs Serien-Meister Salzburg Dienstagvormittag wieder auf. Der Fall der Bullen zeigt aber die Schwächen des Test-Systems klar auf.

Ende gut, aber nicht alles gut! Die Gesundheitsbehörde hob am Dienstagvormittag die Quarantäne für Salzburgs Fußball-Stars auf.

Im Verein wurde tief durchgeatmet, viele runzelten aber auch die Stirn. Wie konnte es nur zu diesem Corona-Wirrwarr kommen?

Erst negativ, dann positiv, dann wieder negativ
Der Freitagstest, von der Eugendorfer Firma Novogenia durchgeführt, fiel negativ aus. Jener am Samstag, diesmal zeichnete Medilab für die Auswertung verantwortlich, brachte tags darauf sechs positive Fälle von Teamspielern zum Vorschein. Am Montag wiederum waren alle negativ. Für die Mozartstädter nahm das ganze Chaos ein gutes Ende.

Der Fall zeigte aber auch ganz klar die Schwächen im System auf. Fußball-Stars gehören zur kleinen Gruppe jener Privilegierten, die kurzerhand einen neuen Test absolvieren konnten und dadurch dem „Corona-Labyrinth“ entkamen.

Schuldlos in Isolation der Dinge harren
Viele „Normalos“ sind nicht in dieser glücklichen Lage. Sie müssen – teilweise völlig schuldlos – in der Isolation der Dinge harren. Für nicht wenige gehen damit existenzielle Sorgen einher, da sie dadurch ihrem Beruf vorübergehend nicht mehr nachgehen dürfen.

„Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie viele Selbstständige und Arbeitnehmer in Quarantäne sitzen, weil sie nicht die Möglichkeiten haben, die wir haben“, spricht Stephan Reiter im „Krone“-Interview (siehe rechts) das aus, was sich viele denken.

Die Teststrategie noch einmal überdenken
Salzburgs Geschäftsführer will einen Gedankenaustausch anstreben, um die Teststrategie zu hinterfragen. Die vermeintlich positiven Fälle im Lager der Bullen sind schließlich alles andere als ein Einzelfall.

Christoph Nister
Christoph Nister
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