Die Obfrau des Vereins "Purple Sheep" und Rechtsberaterin der Familie, Karin Klaric, befand sich gemeinsam mit Vereinssprecher Kurosch Allahyari vor Ort im Kosovo, um alle notwendigen Vorkehrungen zu organisieren. Der Vater sei psychisch sehr angeschlagen, die beiden achtjährigen Mädchen freuten sich hingegen auf ein Wiedersehen mit der Mutter und Freunden in Wien, hieß es zuletzt. Die Zwillinge glauben nach Darstellung des Vereins, im Kosovo lediglich auf Urlaub gewesen zu sein.
Nach Erledigungen von Formalitäten wurde die Komani-Familie knapp eine Stunde nach Landung der AUA-Maschine in der Ankunftshalle des Flughafens von Freunden und dem Gründer des "Freunde Schützen"-Hauses, Hans-Jörg Ulreich, empfangen. Der Vater und die Mädchen sowie Flüchtlingsbetreuerin Karin Klaric mussten sich einem minutenlangen Blitzlichtgewitter der rund 40 Fotografen und Kameraleute stellen. Danach verließen sie gemeinsam den Flughafen Richtung Wien.
Bescheide nach Empörung aufgehoben
Die Abholung der beiden Mädchen und ihres Vaters am 6. Oktober durch die Fremdenpolizei und ihre anschließende Internierung im Polizeianhaltezentrum bis zur Abschiebung in den Kosovo hatte für große Empörung gesorgt. Zunächst hatten sich die Behörden aber unnachgiebig gezeigt. Das Bekanntwerden weiterer Kinderabschiebungen erhöhte jedoch den Druck auf Politik (bzw. Innenministerin Maria Fekter) und Polizei.
Anfang der Woche hob das Innenministerium dann die Abschiebe-Bescheide des Magistrats im oberösterreichischen Steyr, wo die Familie gewohnt hatte, auf und ermöglichte die Rückkehr der drei abgeschobenen Familienmitglieder mittels humanitärer Visa.
Nun Magistrat Wien am Zug
Ob die Komanis letztlich dauerhaft in Österreich bleiben kann, ist aber noch nicht entschieden. Allerdings ist nun eine andere Behörde zuständig. Da sich die Mutter derzeit in Wien in Spitalsbehandlung befindet, wird der Magistrat der Bundeshauptstadt prüfen, ob man der Familie einen humanitären Aufenthaltstitel geben kann. Das Magistrat in Steyr hatte dies ursprünglich empfohlen, war dann aber von der Sicherheitsdirektion "überstimmt" worden.
In dem Fall der Familie geht es nun aber nicht um ein Asyl-, sondern um ein Niederlassungsverfahren. Das Asylverfahren der Komanis ist schon längst rechtskräftig negativ abgeschlossen. Mutter und Töchter erhielten 2006 ihre negativen Bescheide, der Antrag des Vaters wurde vom VwGH im Jahr 2009 abgewiesen.








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