Alkohol im Spiel

Kärnten: Trio ließ verletzten Freund im Bett sterben

Österreich
20.10.2010 07:42
Eine "b'soffene G'schicht" hat für einen 57-jährigen Kärntner tödlich geendet. Wie erst jetzt bekannt wurde, war der Frühpensionist am Wochenende bei Malerarbeiten von einer Leiter gestürzt und hatte dabei einen Schädelbruch erlitten. Statt den Notarzt zu holen, legten seine Freunde den Schwerverletzten ins Bett - wo er Stunden später starb.

Der 57-Jährige wollte laut Sicherheitsdirektion bei seinen Bekannten in Poggersdorf helfen, ein Zimmer auszumalen. Nach einer Flasche Wodka ziemlich angeheitert, soll der Frühpensionist gegen 10 Uhr mit den Arbeiten begonnen haben.

"Plötzlich hat er das Gleichgewicht verloren und ist von der Leiter gestürzt", so ein Ermittler: "Weil der Verletzte aber nur aus der Nase blutete und über Schwindelgefühle klagte, legten ihn seine Bekannten lediglich zum Ausruhen ins Bett."

Freunde arbeiteten und tranken seelenruhig weiter
Während seine arbeitslosen Freunde, zwei Männer und eine Frau, weiter arbeiteten und vermutlich auch weiter Alkohol tranken, erlag der Mann seinen schweren Verletzungen. Erst gegen zwei Uhr früh schlug das Trio schließlich Alarm.

Laut Obduktion hatte der 57-Jährige bei seinem Sturz einen Schädelbruch erlitten, der zu einer Hirnschwellung geführt hat. Wäre er ins Spital gekommen, hätte er den Unfall überlebt, so ein Gerichtsmediziner. Die Freunde werden wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt.

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

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