27.10.2020 09:29 |

Sie fordern Bitcoins

Hacker erpressen Opfer mit Psychotherapie-Akten

Vertrauliche Notizen aus Psychotherapie-Sitzungen von zehntausenden Patienten sind in Finnland von Hackern gestohlen worden. Die finnische Regierung kam am Sonntag zu einer Krisensitzung zusammen und plant weitere Treffen im Lauf der Woche, um Wege zu finden, die Opfer zu unterstützen. Diese sind bereits Ziel einer Erpressungskampagne.

Die Daten wurden offenbar bereits vor zwei Jahren gestohlen. Viele Patienten berichteten, von den Hackern per E-Mail erpresst worden zu sein. Die Verfasser forderten die Betroffenen auf, umgerechnet 200 Euro in der digitalen Währung Bitcoin zu überweisen - im Gegenzug würden sie die sensiblen Daten nicht ins Internet stellen. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben unter anderem wegen schwerer Erpressung. Tausende Patienten haben bereits Anzeige erstattet.

Daten aus bis zu 25 Therapiezentren gestohlen
Nach Polizeiangaben vom Wochenende wurden Daten von zehntausenden Patienten des privaten Psychotherapie-Anbieters Vastaamo gestohlen. Das Unternehmen betreibt 25 Therapiezentren in dem nordeuropäischen Land.

Experten für Cybersicherheit sagten der Zeitung „Helsingin Sanomat“, im sogenannten Darknet kursiere eine zehn Gigabyte große Datei. Sie enthalte Notizen aus Therapiesitzungen von mindestens 2000 Patienten.

Klinikbetreiber leitete Untersuchung ein
Der Leiter des betroffenen Unternehmens sagte der Zeitung, Vastaamo habe eine interne Untersuchung eingeleitet. Sie habe unter anderem ergeben, dass die Daten bereits vor zwei Jahren gestohlen worden seien. Nach November 2018 seien keine Patientendaten mehr nach außen gelangt.

Innenministerin Maria Ohisalo nannte die Tat am Montag „schockierend“. Die finnischen Behörden richteten am Montag eine Internetseite für Opfer des Cyberangriffs ein, auf der sie den Betroffenen raten, nicht mit den Erpressern zu kommunizieren.

 krone.at
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