Nebelschwaden zogen durch die Arena, mehr als Silhouetten waren die Spieler für die Zuschauer bei Anpfiff nicht. Und ein Getöse und Geplärr, dass man wirklich das eigene Wort nicht verstand.
Tja, so ist es eben, das Hanappistadion. Ein brodelnder Kessel, da kriegen sogar Hexen Gänsehaut.
Und wenn dann der Schiri nicht so pfeift, wie es die Tribünen gerne hätten, dann – mein lieber Schwan – ist der Tinnitus nicht mehr weit.
Und in der 29. Minute wär' wohl das halbe Stadion reif für den Ohrenarzt gewesen. Erst waren Harding und Salihi im Strafraum zusammengekracht, dann Grünwald und Kavlak. Und Schiri Brugger? Nein, er zeigte (zurecht) nicht auf den Elferpunkt, er zückte wegen Schwalbe die gelbe Karte für Kavlak. Was zusammen mit der Verwarnung für das rotwürdige Foul an Prokopic in der 8. Minute Gelb-Rot und Ausschluss ergab.
Sankt Hanappi damit natürlich ganz, ganz unheilig: tobend, pfeifend, kreischend, fluchend.
Und mittendrin ganz cool? Richtig. Die Wacker-Buam. Unbeeindruckt vom grünweißen Vulkan rundherum.
So abgeklärt sogar, dass die Tiroler fünf Minuten nach dem Ausschluss auch noch den Finger auf die ach so schmerzende Rapid-Wunde legten: Boris Prokopic servierte Ernst Öbster die Kugel in halblinker Position im Strafraum und Wackers Nummer 10 schlenzte den Ball perfekt ins lange Eck – 1:0 (34.).
Beileibe nicht unverdient. Das Verhältnis der Torschüsse sprach vor der Pause mit 10:2 klar für die Tiroler.
Vennegoor of Hesselink eröffnete mit einem 35-m-Weitschuss, den Grünwald in letzter Sekunde über die Latte drehen konnte, den Sturmlauf der Verzweiflung (54.). Der 1:1-Ausgleich fiel vier Minuten später aus einer scheinbar ungefährlichen Situation, doch der Heber von Steffen Hofmann senkte sich über Grünwald ins lange Kreuzeck.
Dem Sieg näher war dann Wacker: Prokopic traf den Pfosten (67.), den Nachschuss vergab Koch, der später noch die Querlatte traf (76.). Und Schreter scheiterte mit dem Matchball (85.).
von Georg Fraisl, Tiroler Krone








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