Rettung beschlossen

Land pumpt zwei Millionen in Pleite-Tierpark Elfenberg

Steiermark
16.10.2010 00:07
Am Freitagvormittag muss es beinahe ein kleines Erdbeben im Palten-Liesingtal gegeben haben: Unglaublich groß ist nämlich der Stein gewesen, der am Elfenberg in Mautern von den Herzen aller Verantwortlichen und Mitarbeiter fiel. Der Wildpark ist nach langem Bangen endgültig gerettet! In der Rolle der "Helden" sind das Land Steiermark bzw. die Steuerzahler.

"Die Erleichterung ist bei uns riesengroß", atmet Bürgermeister Andreas Kühberger auf. Nach monatelangen zähen Verhandlungen, in denen vor allem Grundstückeigentümer Heinrich Prinz Reuss eine wichtige Rolle gespielt hatte, konnte am Freitag endlich der Abschluss vermeldet werden: Der finanziell schwer angeschlagene Elfenberg wird eine Tochtergesellschaft des Tierparks Herberstein, der seit Oktober 2006 im Landesbesitz ist. Bei der Regierungssitzung am Montag soll die Vereinbarung abgesegnet werden.

Wermutstropfen: Elfenberg im Winter geschlossen
Am Elfenberg herrschte natürlich Jubel, etwa bei Geschäftsführer Eberhard Rosemann: "Für uns war wichtig, dass der wunderschöne Park in seiner derzeitigen Form erhalten bleibt." Das Gelände wird also nicht, wie anfangs oft gemunkelt wurde, verkleinert werden. Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Im Winter bleiben die Tore geschlossen - zu groß war in den vergangenen Jahren das Defizit gerade in den kalten Monaten. "Wir sperren im Winter in Zukunft nur dann auf, wenn es eine schwarze Null gibt", heißt es aus dem Büro von Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer.

Herberstein-Chefin ist neue Nummer eins
Neue Geschäftsführerin am Elfenberg wird Doris Wolkner-Steinberger, die auch Leiterin des Tierparks Herberstein bleibt. Sie wird künftig die Geschicke beider Einrichtungen bestimmen. "Es geht für mich zurück zu den Wurzeln", freut sich Wolkner-Steinberger. Sie war nämlich bereits vier Jahre lang, bis 2006, Oberhaupt am Elfenberg. Durch Zusammenlegung bei Marketing, Rechnungswesen oder Einkauf sollen in Zukunft Kosten gespart werden. Es gibt also eine Zukunft am Elfenberg und für die Tiere. Bürgermeister Kühberger: "Es hat sich ausgezahlt, bis zu elf Stunden am Stück zu verhandeln."

Die Rettung im Detail

  • Bisher stand der Elfenberg über die Gesellschaft "Mautern Wildpark GmbH" im Eigentum von Heinrich Prinz Reuss (51 Prozent) und der Gemeinde Mautern (49 Prozent). Beide werden künftig nicht mehr vertreten sein. Ihre Anteile werden um je einen Euro übernommen.
  • Neuer Eigentümer ist die Steirische Landestiergarten GmbH, die nach dem berühmten Herberstein-Skandal gegründet wurde, um den oststeirischen Tierpark zu retten.
  • Mit den Gläubiger-Banken, bei denen sich erhebliche Schulden angehäuft hatten, wurde eine Vereinbarung erzielt: Sie erhalten 30 Prozent ihrer Verbindlichkeiten.
  • Insgesamt kostet die Rettung dem Land 1,98 Millionen Euro. Das Geld stammt aus den Mitteln von Franz Voves, Hermann Schützenhöfer (je 600.000 Euro) und Christian Buchmann (780.000 Euro).
  • Da die Elfenberg-Grundstücke im Eigentum von Reuss stehen, wird dieser künftig eine Pacht erhalten.

von Jakob Traby, "Steirerkrone"

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