Brand in Zelle

Grazer Strafhäftling wartete unter dem Bett auf den Tod

Steiermark
14.10.2010 09:35
Weiter in Lebensgefahr schwebt jener 31-jährige Strafhäftling, der am Dienstag in einer Zelle im zweiten Stock des Grazer Polizeianhaltezentrums - offenbar in selbstmörderischer Absicht - zwei Matratzen angezündet hat (Nachlese siehe Infobox). Der Grazer hatte Stunden zuvor den Überfall auf ein Wettcafé gestanden.

Nachdem der Verdächtige - er befand sich allein in einer Zwei-Mann-Zelle - die Matratzen laut Polizei gegen die Tür gelehnt und angezündet hatte, verkroch er sich unter dem Stockbett und ergab sich dort seinem Schicksal. Die Uniformierten im Polizeianhaltezentrum hatten vorerst keine Chance, dem 31-Jährigen zu helfen.

Schaden beläuft sich auf 50.000 Euro
"Sie mussten auf das Eintreffen der Feuerwehr - die sehr rasch vor Ort war - warten", schildert ein erhebender Beamter: "Wären die Uniformierten in die durch giftige Schaumstoffdämpfe verqualmte Zelle gegangen, dann hätten sie dabei ihr Leben aufs Spiel gesetzt." Unter schwerem Atemschutz bargen die Einsatzkräfte den bewusstlosen Strafhäftling schließlich aus dem Raum. Der Brandschaden beträgt mindestens 50.000 Euro.

Dass der 31-Jährige sein Feuerzeug und Zigaretten in die Zelle mitnehmen durfte, ist gesetzlich gedeckt. Laut Anhalteverordnung ist den Verdächtigen das Rauchen gestattet. Zudem gab es laut Polizei bei dem ehemaligen Taxi-Unternehmer keine Anzeichen, dass er an seinem Leben verzweifeln würde. Noch ist sein Zustand sehr kritisch.

von Manfred Niederl, "Steirerkrone"

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