Geld und Gier

"Wall Street 2" - "Finanzhai" Michael Douglas ist zurück

Kino
20.10.2010 15:30
Sein Part als Gordon Gekko machte Michael Douglas zur Identifikationsfigur für all jene, die dem Duft des Geldes folgten. In "Wall Street: Geld schläft nicht" lotet Regisseur Oliver Stone die Mechanismen der großen Finanzkrise mit ihrer zügellosen Spekulationswut aus! Michael Douglas und Shia LaBeouf bilden eine spannende Allianz auf dem Milliardenparkett.

Es war die Rolle seines Lebens. Als - auch frisurtechnisch - aalglatter Prototyp des gierigen Finanzjongleurs gelang Michael Douglas in "Wall Street" der Durchbruch in Hollywood und der endgültige Schritt aus dem übermächtigen Schatten seines Vaters. 23 Jahre später spielt er erneut Gordon Gekko, und er hat sie noch immer drauf, diese gefährlich-faszinierende Mischung aus infamer Schmeichelei und eiskalter Berechnung, mit der er seine Opfer in den finanziellen Ruin treibt.

Doch auch der einstige Powerbroker und Nadelstreifschurke hat seine Lektion gelernt. Vor rund acht Jahren aus dem Gefängnis entlassen, hat er sich nun zum reformierten Mahner vor den Auswüchsen der Hochfinanz gewandelt, der mit seinem Charisma die Hörsäle füllt.

Seinen Rat wird auch der junge Wall-Street-Banker Jake Moore - LaBeouf - suchen: Weil er mit ansehen musste, wie seine Bank durch Insidergeschäfte des Milliardärs Bretton James - Josh Brolin - ruiniert und sein von ihm verehrter Mentor in den Tod getrieben wurde, schwört er Rache. Prekär ist allerdings, dass Gekko just der Vater von Jakes Verlobter Winnie - Carey Mulligan aus "An Education" - ist, die mit dem Papa gebrochen hat.

Undurchschaubarer Gordon Gekko
Jake verspricht, eine Annäherung zu ermöglichen, sichert sich aber im Gegenzug Gekkos Hilfe. Eine brisante Allianz zwischen Börsencrash und fatalen Enthüllungen, die den eleganten Thriller zur exzellent besetzten Unterhaltung mit Anspruch macht, ohne das Kinopublikum mit der Komplexität des Finanzmarktes förmlich zu erschlagen. Und Gordon Gekko bleibt bis zuletzt undurchschaubar.

Faszinierend der technische Fortschritt in Teil 2 von "Wall Street", die Geschwindigkeit der Transaktionen im Investmentgeschäft - schneller, als das Herz pulst. Hauptschauplatz des neuen Films ist die US-Notenbank. Unbegrenzter Informationsfluss auf den allgegenwärtigen Bildschirmen. Shia LaBeouf: "Über private Twitterkonten werden ständig Informationen verschickt. Zum Beispiel kann jemand twittern, dass ein bestimmter Wert um zwei Basispunkte steigen wird. So unmittelbar kann keine Zeitung diese Info verbreiten." Regisseur Oliver Stone hat seinen eigenen Zugang zur Materie: "Die Gier lässt sich bis in die Bibel zurückverfolgen. Sie ist tief im Menschen verwurzelt. Und jetzt ist sie auch noch ganz legal!"

von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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