101 Lehrlinge bilden die ÖBB in Innsbruck aus. Die Jobs sind begehrt. Und dennoch: "Qualifizierte junge Menschen zu finden, ist heute viel schwieriger als früher", so Markus Heim, Leiter der Lehrwerkstätte.
Woran liegt es? Da es immer weniger Kinder gibt, ist ein Konkurrenzkampf zwischen Schulen und Betrieben entstanden. "Die Schulen umwerben heute auch Jugendliche, die sich früher für eine Lehre entschieden haben", so Heim. Ähnliches berichtet Philipp Gradl, Chef von WGT-Elektronik in Kolsass. Auch er bietet eine attraktive Ausbildung an: Elektrotechniker. Doch seit März sucht die Firma vergeblich einen Lehrling: "Die Lehre wird heute unter ihrem Wert gehandelt. Alle drängen in die Schulen."
Übrig bleiben oft jene mit massiven Schwächen. Gradl: "Seit 22 Jahren lege ich Bewerbern den gleichen Test vor. Früher habe ich die abgelehnt, die eine von fünf Fragen nicht wussten. Heute muss ich froh sein, wenn sie eine Antwort wissen." Mangelnde Bildung beklagt auch Heim: „Allerdings gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Schulen.“
Lehrlingsmangel führt zu Facharbeitermangel. "Doch das Land hat kein Konzept", kritisiert Landtagsabgeordneter Fritz Dinkhauser. Ein entsprechender Antrag der liste fritz wurde abgelehnt. "Die Lehre hat ein Imageproblem, sie muss aufgewertet werden", fordert Dinkhauser Taten. Das tut auch die Gewerkschaft. Anzusetzen sei bei den Betrieben. Attraktive Lehrstellen und faire Bedingungen würden mehr Junge locken.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone








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