
Rene M. war in der Nacht auf den 21. August nach einem Discobesuch in der Steinheilgasse auf offener Straße von einem roten BMW aus mit einer Pistole erschossen worden, während er zu Fuß nach Hause ging. Einer von vier abgegebenen Schüssen traf den 20-Jährigen ins Herz und war laut Obduktion tödlich.
Aufgrund von Bildern aus zwei Überwachungskameras konnte aus über 700 infrage kommenden Pkws ein Fahrzeug ermittelt werden, das einen Tag nach der Tat abgemeldet worden war. Durch weitere Erhebungen stellte sich heraus, dass der 48-jährige Andreas K. dieses Auto öfters gefahren hat. Nicht zuletzt durch diesen Fahndungsdruck stellten sich er und sein 29-jähriger mutmaßlicher Komplize schließlich der Staatsanwaltschaft.
Anwalt: Komplize kann Tathergang rekonstruieren
Bisher verantwortete sich der 29-jährige Alexander H., dass er sich ebenfalls nicht an den Tathergang erinnern könne, er schloss lediglich aus, dass er aus dem roten BMW auf den jungen Mann geschossen hatte. Bei der Tatrekonstruktion in der Nacht auf Dienstag hingegen konnte der 29-Jährige laut dem Anwalt Werner Tomanek, dem Verteidiger von Andreas K., dann genau sagen, dass sein Beifahrer zunächst einen Schuss abgegeben habe. Danach soll der 48-Jährige drei weitere abgegeben haben - einer davon war für Rene M. tödlich.
"Der Fahrer hat Rene M. aber nicht wahrgenommen", sagte der Anwalt. Er habe nicht damit gerechnet, dass hier jemand entlangkommt. Die Sichtverhältnisse aus dem Auto hinaus seien zudem schlechter gewesen als auf der Straße, so Tomanek. Der 48-Jährige, bekleidet mit einer grauen Hose, Turnschuhen und dunkler Jacke, blieb bei seiner Version, dass er sich aufgrund seiner starken Alkoholisierung an nichts mehr erinnern könne. Alexander H. befindet sich auf freiem Fuß, während der mutmaßliche Schütze weiterhin in U-Haft sitzt. Die nächste Haftprüfung für den 48-Jährigen wird am 13. Oktober stattfinden.
Ganz klar ist es für Tomanek noch nicht, wer in dem roten BMW Fahrer und wer Beifahrer und somit Schütze war: "Es sind beide Versionen möglich." Der Verteidiger möchte nun das schriftliche Schießgutachten von Sachverständigen Ingo Wieser abwarten. Bei der Tatrekonstruktion ging es um eine Aufnahme von Sachbeweisen über Schüsse, Sichtverhältnisse und Geschwindigkeit des BMW. Richterin, Staatsanwalt, Verteidiger und Schießsachverständiger machten sich ein Bild von Lichtverhältnissen und der Situation am Ort des Geschehens.
Eltern vor Ort: "Rene hat Schüsse gar nicht mitbekommen"
Auch die Eltern von Rene M. (re. unten) wohnten der Szenerie bis zum Schluss bei, um dem Hauptverdächtigen, "der Rene auf dem Gewissen hat, am Tatort in die Augen zu schauen". "Ich wollte wissen, wie es passiert ist", sagte die Mutter des Mordopfers. "So habe ich Klarheit gehabt, dass Rene keine Angst hatte, weil er die Schüsse gar nicht mitbekommen hat."









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