Im Sommer musste Joko, der 33 Jahre lang quasi zum Inventar des Grazer Hotels gehörte, auf Anweisung des Amtstierarztes nach Vösendorf. Laut Gesetz darf der gefiederte Freund nur zu zweit oder im Schwarm gehalten werden. Gerlach hatte Bedenken: Joko verstehe sich mit anderen Vertretern seiner Art nicht und habe den Menschen als seinen Partner akzeptiert. Alle Gegner der "Delogierung" - auf Facebook haben sich immerhin mehr als 1.300 in einer Gruppe gefunden - konnten aber nichts ausrichten. Joko wurde Anfang Juli in die Papageienstation gebracht.
Joko setzt auf "innere Werte"
Dort geht es dem Timneh-Graupapagei nach drei Monaten sehr gut. Die Stationsleitung bestätigte, dass Joko mittlerweile mit Franzi eine fixe Partnerin gefunden habe: "Sie haben Körperkontakt, kraulen und füttern sich und zerlegen gemeinsam Schachteln," so Biologin Ulla Kail. Obwohl Franzi nicht der exakt gleichen Art angehöre - sie ist ein sogenannter Kongo-Graupapagei und etwas größer und heller als Joko - mögen sich die beiden. Etwas "zerrupft" sehe Franzi noch aus, denn sie sei aus einer schlechten Haltung in Innsbruck fast federlos nach Vösendorf gekommen. Dass sie "nicht die Attraktivste" ist, mache Joko aber anscheinend nichts aus.
Rückkehr ins Hotel nicht ausgeschlossen
Den Kontakt zum Menschen suche der ehemalige Hotel-Papagei nicht mehr. Manchmal sage er noch seinen Namen, aber andere Worte spreche er nicht mehr. Vergessen habe er sie aber nicht, versicherte Kail. Sollte Joko gemeinsam mit seiner Herzensdame wieder ins Hotel übersiedeln, würde er rasch wieder sprechen. Ob es aber dazu kommt, bezweifelte die Biologin, sehe doch das Tierschutzgesetz für das Paar eine Voliere mit etwa sechs Quadratmetern Grundfläche vor. Noch-Besitzerin Gerlach, die für Kost und Logis ihres Vogels aufkommt, will sich noch nicht festlegen, wie sich Jokos Zukunft gestalten wird: "Es ist ja auch noch nicht gesagt, dass er mit Franzi den Bund fürs Leben eingeht."










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