Denn schon ein kurzer Blick ins Archiv zeigte, dass Straches Behauptung in dieser Form nicht richtig sein konnte. Im September 2008 hatte er selbst in einer ORF-Sendung eingestanden, einmal Cannabis "gepafft", aber nicht inhaliert zu haben - eine Erklärung, mit der einst schon Bill Clinton versucht hatte, sein Verhältnis zu Drogen zu relativieren.
"Ich habe einmal probiert, ja", sagte er vor der Nationalratswahl 2008: "Das war damals ein Zug aus einer, von einer Cannabis-Zigarette". Dies sei als 16-Jähriger passiert, die Gruppendynamik habe ihn damals unter Druck gesetzt, präzisierte er später.
Reaktionen voller Spott
Die Reaktionen auf Straches Äußerungen am Donnerstag waren von Spott geprägt, vor allem hinsichtlich eines laut "News" bis Jänner 2005 bezogenes Honorar der "Bertrams KG", die auf Ofenrohre spezialisiert ist. "In wie viele Ofenrohre hat Strache denn rein geschaut?", höhnte der Grüne Abgeordnete Karl Öllinger zweideutig in einer Aussendung.
"News" sah sich in seiner Berichterstattung bestätigt. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, stelle man klar, "dass die Beraterqualitäten von Heinz-Christian Strache im internationalen Ofenrohrbusiness nicht angezweifelt werden".
Auf Pressekonferenz Drogentest-Ergebnis vorgestellt
Zuvor hatte Strache während einer Pressekonferenz zwei negative Drogentest-Ergebnisse vom Mai und September vorgelegt. Der SPÖ warf er "Dirty Campaigning" vor, auch an den jüngsten Vorwürfen unerlaubter Nebeneinkünfte sei nichts wahr.
Er habe sich am 17. Mai und am 29. September 2010 vor Zeugen und einem Notar vom Wiener Polizeichefarzt Reinhard Fous Haare vom Hinterkopf entnehmen lassen, die dann in einem Labor untersucht worden seien. Neben den Haarwurzeln wurde auch der "frisch abgegebene körperwarme Harn" (Zitat aus dem Gutachten) analysiert, um sowohl kurz- als auch langfristig einen Drogenkonsum zu überprüfen. Dadurch sei zumindest für diesen Zeitraum belegt, dass er keinerlei verbotene Substanzen, weder Cannabis noch Kokain oder andere Partydrogen, zu sich genommen habe.
"Pulverschnee-Generator" in Comic
Anlass für die Klarstellung war der am Mittwoch veröffentlichte SPÖ-Wahlkampfcomic, in dem ein an Strache gemahnender Android per "Pulverschnee-Generator" in Gang gesetzt wird. Er habe mit solchen Vorwürfen gerechnet und vorsorglich die Tests machen lassen, so der FPÖ-Chef. Bereits in der Vergangenheit hatte sich Strache gegen Drogen-Vorwürfe gewehrt, etwa 2002 mit einem - ebenfalls negativen - Schamhaartest.
Der SPÖ warf er eine "gezielte Lügen- und Schmutzkübelkampagne" vor, wogegen die FPÖ einen "harten, aber fairen Wahlkampf" geführt habe. Eine "Absurdität und absolute Lügengeschichte" sei auch die Geschichte im Magazin "News", wonach er mit Nebeneinkünften das Erwerbsverbot für Klubobleute umgangen habe. Ein Beratungshonorar der "Bertrams KG" habe er bis Jänner 2005 bezogen, Klubobmann im Wiener Rathaus sei er aber erst im November geworden. Und seine drei Uhren habe er geschenkt bekommen und nicht gekauft.
Harte Worte von Vilimsky und Kickl
Unterstützung erhielt Strache von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der im SPÖ-Wahlkampf die Handschrift von US-Berater Stanley Greenberg zu erkennen glaubt. Sein Kollege Herbert Kickl schoss sich auf das Comic ("ungustiöses Machwerk") und den dafür verantwortlichen Jugendkoordinator Peko Baxant ein. Dieser sei möglicherweise "nicht ganz dicht im Oberstübchen" und sollte einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen werden.










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